Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881378
Auffassung 
der 
'Natur. 
129 
Es ist nicht ganz leicht, dies überzeugend nachzu- 
weisen. Aus den Aeusserungen der griechischen Schrift- 
steller erfahren wir darüber nichts und können es auch 
nicht wohl erwarten. Denn jeder lebt nur innerhalb der 
Gränzen seines Wesens und kennt sie nicht von aussen 
her. Schon der einzelne Mensch vermag nicht leicht von 
seinen Mängeln Rechenschaft zu geben; noch viel weniger 
können es ganze Völker, da ihnen die Gelegenheit zu 
Vergleichungen noch mehr abgeht. Die beste Auskunft 
werden wir erhalten, wenn wir die Aeusserungen des 
Naturgefühls auf einem andern, verwandten und zugäng- 
licheren Gebiete, in der Poesie beobachten. Da ist denn 
schon der alte Homer eine reiche und unverfälschte 
Quelle. In seinen Gleichnissen zeigt sich das Naturge- 
fühl der Griechen mit aller seiner Feinheit und Vielsei- 
tigkeit. Wir sehen darin , dass ihre Empfänglichkeit 
keinesweges auf die Aeusserungen des mensghlighel] 
Wesens beschränkt, dass ihnen auch die 'I'hierwelt und 
selbst die leblose Natur höchst anziehend und verständ- 
lich war. Wir bewundern die Feinheit des Sinnes, mit 
welcher das Analogon für menschliche Handlungen, Zu- 
stände und Empfindungen in der umgebenden Natur ge- 
funden, und die Kraft der Phantasie, mit Welcher dieses 
Bild ausgemalt wird. Vor allem prächtig und belebt sind 
bei I-Iomer die Schilderungen der Thierwelt. Der kriege- 
rische Stoff seiner Gesänge wies den Dichter vorzugs- 
weise auf das Gebiet eines kräftigen Lebens hin. Da 
Vergleicht er denn gern seine anstürmenden Helden mit 
dem Löwen oder dem Eber, der "infdie Hunde der Jagd 
hochtrotzenden Muthes hineinstürzt." Näher ausmalend 
führt er uns in die Geschichte des Wildes ein; er 
zeigt:
        

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