Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881299
Technisches. 
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der Fläche 
scheint der 
war dazu weniger geeignet; denn hier er- 
Mensch nicht in seiner vollen Selbstständig- 
keit, sondern in Verbindung mit der umgebenden N atur, 
durch dieselbe bedingt, und mithin mehr leidend und ab- 
hängig. Kommt hiezu noch die Farbe, so wird über- 
dies der sinnliche Ausdruck des Körpers voller und üp- 
piger, und erlangt ein Uebergewicht über die Bedeutung 
des Irlauptes, wenn diese nach jener Auffassungsweise, 
die wir betrachtet haben, weniger herausgehoben ist. 
Wollte man daher dem Körper die volle Farbenwirkung 
geben, so müsste auch das persönlich Geistige des Kop- 
fes stärker ausgedrückt werden und sich durch den Glanz 
des Auges und durch andere Mittel der Farbe in regerem 
persönlichen Leben zeigen, um dadurch die nothwendige 
Harmonie herzustellen. Dies war aber den Griechen 
unmöglich, Weil es sie in das Gebiet des innern Seeleu- 
lebens und der freiern Gemüthsentwickelung geführt haben 
würde, das ihrer ganzen WVeltansicht fern lag und der- 
selben verderblich geworden Wäre. So war es denn 
natürlich, dass die strengere Haltung und Durchführung 
des Körpers und die allgemeinere Auffassung des Hauptes, 
welche der Plastik zusagte, auch in die Malerei überging, 
und diese einen Styl behielt, der denen, welche an eine 
vollkommene Entwickelung des Malerischen gewöhnt sind, 
ungenügend, hart und kalt erscheinen muss. 
Die Griechen selbst scheinen von ihrer Malerei nicht 
so geurtheilt zu haben.  Vielmehr stand auch diese Kunst 
bei ihnen in grossem Ansehen; eine beträchtliche Zahl 
von ausgezeichneten tmd sehr hoch geschätzten Meistern 
wird genannt, umfassende Werke werden beschrieben, 
und erstaunliche Wirkungen des Eindrucks derselben 
berichtet. Wir können also ilicht zweifeln, dass etwas
        

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