Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881272
Das 
Relief. 
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Stoffes allzusehr im Widerspruehe steht. Die Neuem 
haben es oft versucht, bei den Griechen findet sich keine 
Spur davon. Die Localität wurde , WO sie zum Ver- 
ständniss "nöthig war, bald durch Personiiication, also 
durch die Gottheit oder Nymphe des Flusses oder Lan- 
des, bald durch vereinzelte Gegenstände, durch Säulen 
des Tempels, durch einen Baumstamm oder dergleichen 
bezeichnet. Wir sehen, wie die religiöse Ansicht der 
Griechen, die Auflösung der Natur in einzelne, men- 
schenähnliche WVesen, mit ihrer Kunstrichtung in Verbin- 
dung steht; aufs Neue ein Beweis für die innere Einheit 
ihres ganzen Wesens, in religiöser, sittlicher und künst- 
lerischer Beziehung. 
Mit dieser Meisterschaft der Griechen im Relief- 
styl hängt es zusammen, dass auch alle Nebenzweige 
der plastischen Kunst mit so vieler Neigung behandelt 
und in so grosser Vollkommenheit geübt wurden. In 
allen Stoffen, von dem wohlfeilen Holze und der unschein- 
baren Thonerde an bis zu den kostbarsten Edelsteinen, in 
Marmor, Alabaster, Elfenbein, in Erz und in Gold, in allen 
Grössen, von bedeutenden Dimensionen bis zu einer, nur 
in grösster Nähe erkennbaren Verkleinerung, zum Schmucke 
der Tempel und Gebäude, des Ilausgeräthes und der 
Kleider wurden mehr oder weniger kunstreiehe Arbeiten 
dieser Art ausgeführt und verwendet. Bekannt ist die 
Vortrefflichkeit der altgriechischen Münzen, die Voll- 
kommenheit der Steins chneidekunst, in erhabenen 
sowohl wie in vertieften Darstellungen. AWir werden in 
der geschichtlichen Darstellung sehen, wie dieser schöne 
und heitere Reiehthum verhängnjssvoll wurde, indem er 
mit dazu beitrug, die griechische Kunst zum Dienste der 
Eitelkeit und Sinnlichkeit herabzuzieheu.
        

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