Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881251
Das 
Relief. 
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dieser WViderspruch, wenn er nicht wie in der Malerei 
durch das einende Medium des Lichtes gehoben wird, 
höchst fühlbar; die WVölbungen des Hauptes und der Brust, 
die vorwärts gerichteten Füsse in ihrer Körperlichkeit 
springen gewaltsam aus der Fläche heraus und lassen uns 
die Verbindung der Gestalt mit dem festen Hintergrunde 
zu sehr als eine unnatürliche empfinden. Dies gilt schon 
von einer einzelnen Gestalt, in noch höherem Grade aber 
von der Zusammenstellung mehrerer. Denn jede würde 
herausschreitend erscheinen , sich von der andern ab- 
sondcrn und der Zweck der gemeinsamen Darstellung 
völlig verloren gehen. Hieraus ergeben sich die Gränzen, 
innerhalb Welcherdas Relief seine schönsten YVirkungen 
erreicht. Es muss seine Gestalten im Profil zeigen, 
mithin entweder alle nach einer Richtung hin einander 
folgend, also einen Zug oder Marsclrdarstellend, oder 
von zwei Seiten einander entgegenkommend, sei es nun 
im friedlichen Verkehr oder im Kampfe. VVir befinden 
uns daher hier auf dem Boden eines ganz andern geisti- 
gen Gebiets wie in der Malerei; während diese auf den 
innern Zusammenhang der Seelen hingewiesen ist, han- 
delt es sich hier um die T h at. Nur die äussere, nicht die 
innere Bewegung, nur die Handlung, nicht das Gefühl 
spricht sich in der farblosen Form aus. Die Einheit der 
Reliefdarstelluixg besteht dann in dem gemeinsamen Be- 
streben der Gestalten, entweder in demvöllig gleichen 
nach einem Ziele hin, oder in dem durch den Gegensatz 
vermittelten, im zusammentreffenden Kampfe. Diese Be- 
wegung, sei es die gleiche aller oder die entgegengesetzte 
mehrerer Gestalten, darf aber wiederum keine zu heftige 
sein, theils weil der Widerspruch einer solchen schnell 
vorübergehenden Erscheinung mit der festen und unveiw
        

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