Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881237
Das 
Relief. 
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trug, um ihn fester anliegend zu machen. Die Künstler, 
ohne gradc diese 'l'racht selbst nachzuahmen, dachten 
ihn sich enge anschliesseiul, fast als 0b der Stoff ange- 
feuchtet sei. Das Gewand bildet daher auf den vorra- 
genden Theilen des Körpers grössere Flächen, welche 
durch die schattigen Seitenfalten noch mehr heraustreten; 
es entstellt oder verhüllt den Körper nicht, und wird 
nur ein Mittel mehr, theils den Charakter der Person zu 
bezeichnen, theils auch durch die Lichtverhältnisse der 
stärkern oder schwächern, graden oder gebogenen Falten 
den ästhetischen Eindruck des Ganzen zu verstärken. 
Bei dem Princip treuer Darstellung der Natur, welches 
die neuere Kunst festhält und festhalten muss, kann diese 
Behandlung des Gewandes als eine künstliche und un- 
natürliche erscheinen, allein man darf nicht vergessen, 
dass die höhere Natur der menschlichen Gestalt gerade 
dadurch um so klarer hervortrat. 
Nicht minder bedeutend, wie in der statuarischen 
Darstellung , ja vielleicht noch vorzüglicher und noch 
eigenthümlicher wie in derselben, erscheint die griechische 
Kunst in halberhabenen Arbeiten, im Relief. Diese 
Gattung bildet gewissermassen den Uebergang von der 
Sculptur zur Malerei; jener gehört sie noch an, weil sie 
durch die Form, nicht durch die Farbe wirkt, dieser 
nähert sie sich, weil sie mehrere Gegenstände auf einer 
und derselben Fläche darstellt. Man könnte daher glau- 
ben, dass die Anordnung des Ganzen sich nach denselben 
Regeln wie in der Malerei richte, und wirklich hat man 
dies in der neuern Kunst lange angenommen. Allein in 
der That zeigt sich vielmehr im Relief der Unterschied 
zwischen der Sculptur und der Malerei in seiner höchsten 
Schärfe, wie stets auf der Gränze zweier Gebiete. Das
        

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