Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-881095
Körperbildung. 
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der Weniger hässlich ist als am menschlichen) bleibt im 
Dunkel der Unterwelt. An den Göttern selbst, auch an 
den unterirdischen, ist alles einfach, würdig, menschlich. 
Aber die Schönheit der menschlichen Natur ist gesteigert 
und gereinigt; alles Kleinliche, dem gröbern Organismus 
Angehörige nur schwach angedeutet; so sehr die bildende 
Phantasie sich an die Natur anschloss, so wenig kam 
man auf den Einfall, auch die Details der Natur nach- 
zualnnen. Die Adern sind wenig oder gar nicht sichtbar, 
die Muskeln meistens nur massig stark, die Haare des 
Kopfes in freiern grössern Massen behandelt, die Augen- 
braunen ohne besondere Bezeichnung der Härcheil nur 
durch einen stark vertretenden Strich bemerkt, mit einem 
Worte alle N ebenpartien den Hauptformen untergeord- 
net, weniger ausgeführt und weniger ins Licht tretend, 
so dass das Wesentliche und Bedeutsame freier und stär- 
ker wird.  
S0 
verschieden 
auch 
die 
Charaktere 
der 
einzelnen 
Götter sind , und so sehr die Auffassung jedes einzelnen 
Gliedes der Bedeutung des Ganzen entspricht, so finden 
sich doch in allen gemeinschaftliche Züge wieder, Welche 
zum Theil Wohl aus nationalen Eigenthümlichkeiten, zum 
Theil aber auch ohne Zweifel unmittelbar aus dem SehönJ 
heitsbegriEe hervorgegangen sind. 
Ein besonders auffallender Zug ist das s. g. griev 
chische Profil. Die Linie der Stirnwölbung steht mit 
der N asenlinie in ununterbrochenen: Zusammenhange, und 
beide bilden nicht, wie es in der Natur, wenigstens bei 
uns allgemein vorkommt, eine Einbiegung, sondern eine 
einzige grade Linie, welche sich der senkrechten nähert. 
Ob diese Form mehr eine Nachahmung eines nationellen 
Zuges oder mehr ein Erzeugniss des Schönheitssinnes
        

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