Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Griechen und Römer
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-879683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-880961
88 
Griechische 
Plastik. 
ten, während im Eros auch die Züge des schlanken, 
zum Jünglinge heramvachsenden Knaben, oder des heitern 
Kindes ihr göttliches Vorbild haben. Unter den Göttinnen 
ist Aphrodite die holde Erscheinung jungfräulichen 
Liebreizes, bald mehr lockend, bald strenger aufgefasst, 
aber immer völlig Weiblich. Hera zeigt die königliche 
Würde der Herrscherin, in reinem Selbstgefühl, mütter- 
lich, aber in strengerem Ernste, Während Demeter We- 
niger erhaben, irdischer, aber auch mehr bewegt von 
der schönen Schwäche der Mutterliebe erscheint. Pallas 
endlich und Artemis bilden auf der weiblichen Seite 
den Uebergang zum männlichen Charakter, indem sie 
edle Selbstständigkeit und Thatenlust mit jungfräulicher 
Schönheit nnd Strenge verbinden. 
Ich darf diese Gestalten als bekannt voraussetzen; 
mehr oder Weniger gelungene Nachbildungen sind allge- 
mein "verbreitet, und das Verständniss ihrer Formen ist 
seit Winkelmailns unvergleichlichen begeisterten Schil- 
derungen durch die trelflichen und genauenlBeschreibun- 
gen späterer Schriftsteller aufgeschlossen. Es genügt 
daher diese kurze Aufzählung, um sie dem Gedächtnisse 
tzurüekzurufen und auf die eigenthümliehe Zusammen- 
setzung dieses Kreises aufmerksam zu machen. Wollten 
wir ihn als eine absichtlich erzeugte und erschöpfende 
Darstellung aller menschlichen Charaktere ansehen- und 
nach den Begrilfen unserer Zeit prüfen, so Würden wir 
ihn eher karg ausgestattet finden und manches vermis- 
sen , während andrerscits einige dieser Gestalten, na- 
mentlich die, in welchen sich die eigenthümlichen Züge 
beider Geschlechter mischen, wie im Bacchos oder in 
der Pallas, entbehrlich scheinen möchten. Wenn wir 
(lagegen vertrauter mit dem griechischen Geiste gewor-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.