Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835890
Die 
Malerei. 
Es bleibt daher auch auf der höchsten Stufe male- 
rischer Entwickelung eine Erinnerung an das arehitek- 
tonische Prinzip, aus dem sie hervorgegangen. Wir sahen 
nun schon bei der Architektur selbst, dass dies Prinzip, 
damit es sich gestalte, die Individualität eines bestimm- 
ten Volkes aussprechen müsse. Es folgt daraus, dass 
auch in der Malerei noch eine Einwirkung dieses histo- 
rischen Volkscharakters geltend bleibt, nicht etwa bloss 
wie eine zufällig hinzutretende Bestimmung, sondern als 
nothwendige Bedingung und als Lebensprinzip. Wir 
finden daher auch hier eine Andeutung, dass die Kunst 
stets eine historisch bestimmte sein muss, und werden 
zu ihrem vollen Verständnisse auf die Geschichte hin 
verwiesen. 
Dem Gefühle unserer Zeitgenossen mag es fremd- 
artig und sonderbar klingen, wenn die Architektur als 
der ilothweildige Anfang der bildenden Kunst bezeichnet 
Wird, offenbar die schwerste Kunst, welche dem Leben 
am Fernsten liegt. Uns ist es, kann man entgegnen, am 
Nätürliehsteix zuerst von der Malerei angezogen zu wer- 
den, durch sie auf die Sculptur einzugehen und endlich 
uns den dunkeln Reiz, welchen die Baukunst hatte, iriiher 
aufzuklären; auch das Talent, das malerische und das 
Plastische, nimmt nicht den Umweg durch die Architek- 
lur. Allein, ist dawider zu erinnern, uns liegt auch der 
Erwerb der Jahrhunderte vor; in der Malerei, wenn sie 
auch anfangs nur als ein Spiegelbild der Wirklichkeit 
erschien, werden wir allmählig mit den Bedingungen 
höherer Kunst vertraut, und lernen sie dann auch in 
ihrer strengem und reinern Anwendung verstehen. Dem 
Talent sind jene höheren Gesetze der Schönheit natürlich, 
es ahndet sie schon in der wirklichen EfSßllßillllllg, wenn
        

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