Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835886
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Einleitung. 
kunst. Diese an das tägliche Leben sich anlehnend und 
daraus hervorgehend, riss sich durch Strenge und Reim 
heit von demselben los, um sich in den reinen Aether 
der Kunst zu erheben. Jene, vom Scheine ausgehend, 
senkt sich wieder in die WVirklichkeit zurück, um ein 
Scheinbild derselben zu werden. 
Vor diesem Ilcrabsinkeln bewahrt 
sie 
nichts 
als das 
Festhalten an dem Boden, von dem sie ausgegangen 
ist, an der Reinheit des Elementes, dem sie angehört. 
Nur so lange bleibt sie wahrhaft in der Würde der 
Kunst, als die Erfbrdernisse räumlicher Schönheit, wie 
sie in der Baukunst festgestellt, in der Sculptur auf das 
individuelle Leben angewendet wurden, in ihr beobachtet 
werden. Sie soll und darf dadurch nicht abgehalten wer- 
den, die ganze Fülle des Lebens zu verarbeiten, aber 
unter diesem Reichthum des Manuiglaltigen muss die 
einfache Strenge der Form und der Verhältnisse in ihrer 
Reinheit erhalten bleiben, wie der feste Bau des Kör- 
pers unter dem heitern Scheine seiner reichen Beklei- 
dungen. 
Es ist dies das geheimnissvolle Element der Malerei, 
das sich leichter dem Gefühle des Kunstverstandigen 
andeuten, als in deutlichen Worten aussprechen lässt, 
und das in neuerer Zeit die Künstler oft mit dem, freilich 
nicht selten missverstandenen, WVortez Styl bezeichnet 
haben. Es ist damit weder die Zurückweisung irgend 
einer Klasse von Gegenständen, als "zu klein und gering, 
noch gar die Anforderung eines Ideals gemeint, sondern 
nur jenes Festhalten an der ächt künstlerischen Reinheit, 
die sich den Loekungen der sinnlichen Wirklichkeit nicht 
hingiebt, und dadurch jeden Gegenstand, auch den leich- 
testen und anspruchslosesten adelt.
        

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