Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835867
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Einleitung. 
und Art vollkommen darstellt, begründet auch die Schön- 
heit des plastischen Werkes. Wendet man aber diese 
Regel unbedingt auf die Malerei an, fordert man auch 
hier die gleiche Schönheit der einzelnen Gestalt, so 
wird die eigentliche Kraft der Malerei zerstört. Gelänge 
es YVlfkliCll, die einzelne Gestalt so schön zu malen, 
wie das Meisterstück der Sculptur, so würde es aus 
dem Gesammtbilde sich ablösen, seine Einheit mit den 
Umgebungen würde aufgehoben sein. Es ist aber auch 
unmöglich, dass die Gestalt im Gemälde diese vollkom- 
mene Schönheit habe; dazu gehört die volle Form und 
der Mangel der Farbe. Denn die Farbe ist durch die 
äussere Beleuchtung bedingt und giebt uns daher schon 
den Eindruck der Abhängigkeit und einer relativen Un- 
vollkommenheit; die Anwendung des sculptorischen 
Schönheitsprinzips auf die Malerei erscheint daher als 
Widerspruch gegen die Farbe, wie Herder sehr gut 
sagt, als eine Lüge von Schönheiti). Im Gemälde muss 
der Einzelne mehr Wahrheit als Schönheit haben; das 
Charakteristische seines Wesens in der bestimmten Si- 
tuation ist das Verdienst seiner Gestalt. Für die Scl1ön- 
heit des Bildes ist er nur ein Theil, er muss in Form 
und Farbe ihr entsprechend sein. 
Die Harmonie der Formen in der Malerei, begründet 
ihre Verwandtschaft mit der Architektur, von der schon 
oben die Rede war. Die Harmonie der Farben dagegen, 
Setzt sie in Beziehung zur Musik. Das Licht und die 
Farbe bilden die unkörperliche dem Elemente der Zeit 
verwandte Seite des Raumelementes. Auch hier das 
Flüchtige, Einseitige, das Anwachsende und Abneh- 
mende, die zarten Verhältnisse. Die Schönheit des 
Herders 
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Littm-atur.
        

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