Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835793
Die Malerei: 65 
ausgeprägten Sitte. Im Verhältniss zur Baukunst, in 
welcher sich nur die aller allgemeinsten Verhältnisse der 
religiösen und politisch-sittlichen Grundanschauung aus- 
sprechen, ist der Geist der Plastik sehr viel mehr auf 
das Individuelle gerichtet. Wenn dort nur das Allen 
gleiche Gesetz zum Vorschein kam, so liegen hier schon 
die vielfach verschiedenen Anwendungen desselben, die 
aus der Veredlung der Naturverhältnisse in der Familie 
entstehen, innerhalb der unmittelbaren Aufgabe. Im Gegen- 
satze gegen die mehr subjectiveil Künste, namentlich auch 
gegen die Malerei, bleibt aber die Seulptur noch im All- 
gemeinen stehen. ,AuI" die feinsten Modilicationen und 
zumal auf die Sonderbarkeiten und Abweichungen darf 
sie sich nicht einlassen, ihr Reich ist in den einfachen 
Verhältnissen, wo Regel und Maass noch vorherrschend 
sind. 
Die 
Malerei. 
 In der Sculptur hatte die Kunst aufgehört am Boden 
Zu haften, statt des allgemeinen Lebens fasste sie das 
individuelle auf ; aber sie behielt noch die Form des 
Aeüsserlichsten, die Körperform bei, und wurde durch 
diese beschränkt und bedingt. In der Malerei leistet sie 
auf die volle Körperlichkeit Verzicht, und begnügt sich 
mit dem blossen Scheine des Körpers, um mehr geistige 
Freiheit des Ausdruckes zu haben. Die Farbe auf einem 
Plastischen Werke ist, wenn sie nur in leisen Andeutun- 
gen vorkommt, unbedeutend; wenn sie stärker wirkt, 
und ihrerseits auch auf eine Darstellung des Lebens An- 
Spruch macht, wird sie unschön. Denn in ihr ist schon 
S0 Viel von dem Elemente der Bewegung enthalten, dass 
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