Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835728
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Einleitung. 
bezeichnen. 
Ein 
Geist 
dem 
Sinne 
des 
Wortes , 
Wel- 
eher uns der geläuiigste ist, als vollkommen bewusster, 
persönlicher Geist, darf es nicht sein, weil ein solcher 
dem Reiche unbewusster Gesetzlichkeit, dem die unor- 
ganische Natur angehört, nicht zukommt. Es knüpft sich 
auch unmittelbar an die Forderung der Persönlichkeit, 
die der Individualisirung nach Geschlecht, Alter u. s. II, 
welche hier zurückgewiesen werden muss. Es giebt aber 
in der 'l'hat auch Geister anderer Art, die allgemeinen 
Geister der Jahrhunderte und der Völker. In jeder Ge- 
sellschaft, und besonders in jedem Volke bildet sich durch 
den Austausch der Gedanken, durch gemeinsame Auf- 
fassung gleicher Verhältnisse und (lurch gemeinsame 
Wirksamkeit ein solcher Geist. Die Vorstellungen von 
der Gottheit, von der Stellung der Menschen zu Gott, 
der Bürger zum Volke und zu den Ilerrschenden, die 
Auffassung der Familie und des Rechtes u. s. f. werden 
zu einem bestimmten Ganzen, zu einer Grundanschailung, 
von welcher der Einzelne erfüllt ist und die unbemerkt 
seinen Gefühlen und Gedanken Form und Maass giebt. 
Auch in den individuellen Beziehungen des Lebens ist 
diese Grundansehauung wirksam, aber sie kommt in 
diesen reichern und verwiekeltern Verhältnissen weniger 
zum Vorschein, als da , wo der Einzelne dem grossen 
Ganzen sich willenlos und demiithig unterordnet, in der 
Religion, im Staate und im Rechte. Hier ist ein Verhältniss 
der Unselbstständigkeit der Theile, des Anfügens und 
Dienens, welches der unorganischen Natur und ihrer 
Bestimmung entspricht; dies ist daher auch die geistige 
Grundansehauuilg, welche in der Architektur sich dcm 
Stoffe anfiigt und ihn näher gliedert und ordnet. Wir 
sehen leieht, wie die Reinheit und Strenge, welche auf
        

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