Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835696
Die 
Architektur. 
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ten und bewussten Natur gerichtet sei. Die Anforderung 
der Gestaltung des unorganischen Stoffes ohne bestimm- 
ten menschlichen Zweck ist indessen eine harte und 
schwierige; denn die anorganische Natur ist ohne eigenen 
inwohnenden Zweck , sie ist die todte, für fremde Be- 
nutzung bereit liegende Masse. Es bedarf daher einer 
bestimmten geistigen Richtung, welche die Einseitigkeit 
des Zweckes ausschliesst. Die Arbeit der Baukunst muss 
eine religiöse 'l'hat sein, erst bei dem Bau des Tempels 
entsteht die architektonische Kunst. Die religiöse Fröm- 
migkeit muss aber mit einer künstlerischen Pietät 
verbunden sein, mit dem Gefühl einer der Würde des 
Gottes entsprechenden Wohlordnung der Erscheinung 
und mit der beginnenden Kenntniss "von den'Anforderun- 
gen der Schönheit und der Kunst. Wenn ein noch rohes 
Volk seinem Gotte zu Ehren einen Steinhaufen aufthürmt, 
wenn es, wie etwa die alten Celten, Felsblöcke künst- 
lich über einander erhebt oder zur Einschliessung des 
Tempelraumes im Kreise aufstellt, so ist hier die religiöse 
Stimmung noch von keiner künstlerischen begleitet. EFSI 
dann trat diese ein, als die Meister sich bemüheten, 
dem Werke durch die Behandlung der Formen innere 
Organische Einheit, durch die 'l'rennung und Verbindung 
einzelner Theile den Charakter der Harmonie, Symmetrie 
und Proportion zu verleihen und es dadurch zu einer 
Erscheinung zu gestalten, welche des Gottes würdig,_das 
heisst, so weit es innerhalb der Gränzen der unbelebten 
Natur möglich, seinen Eigenschaften entsprechend sei. 
Das nächste Erforderniss dieser Kunst ist denn nun, 
dass die geistige Thätigkeit ihrer Aufgabe treu bleibe, 
dass sie die Gesetze des unorganischen Körpers zu den 
ihrigexi mache. Daher zunächst die nothwendige Rück-
        

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