Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835686
Einleitung. 
alle diese Grundgesetze hier deutlicher vertreten, dort 
von Fleisch und Blut, von lebendigerem Leben bedeckt 
sind. Die Schiinheit aber beruht auch in der Architektur 
nicht auf der Zweckmässigkeit, sie fängt vielmehr erst 
da an, wo die Kunst sich über dieselbe erhebt. 
Nach diesen ablehnenden Bemerkungen können wir 
die wahre Bedeutung der Baukunst näher entwickeln. 
Sie ist nichts anderes, als die Darstellung des Schönen 
in der unorganischen Natur. Sie behandelt den Stoff der 
bildenden Künste, die körperliche und äussere Masse, 
nach seinen eigenen Gesetzen, regelt und verbindet diese 
durch den einigen Geist künstlerischer Thätigkeit und 
stellt so ein Abbild der höhern Weltordnung dar. Es 
bedarf dies  bei dieser höchst eigenthümlieheil, dem 
sinnlichen Bewusstsein schwierigsten Kunst, einiger Er- 
läuterungen. 
Zunächst vergegenwärtige man sich die Entstehung 
der Baukunst. Schon oben, als wir die Schönheit im 
Reiche der wirklichen Erscheinungen suchten, kamen 
wir unter anderm darauf, dass jedes Werk menschlicher 
Hand schon einen Anklang des Schönen geben müsse, 
indem der natürliche Stoff das Gepräge geistiger Ord- 
nung erhalte. Wir bemerkten indessen, dass die bealr- 
sichtigte Zweckmässigkeit und die Zufälligkeit der ent- 
stehenden Wohlgestalt der vollen Entwickelung selbst- 
ständiger Schönheit entgegentrete. Sobald nun der Zweck 
der Arbeit nicht mehr ein sinnlich vereinzelter, dienender 
Zweck ist, sondern in der Arbeitlliegt, und mit dem 
Streben nach Schönheit verbunden ist, beginnt die Kunst. 
Damit sie Baukunst werde," bedarf es dann auf dem Ge- 
biete der bildenden Künste nur des Zusatzes, dass sie 
noch nicht auf die Darstellung der Schönheit der beleb-
        

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