Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835671
Die 
Architektur. 
53 
enthielten. 
[b rtbleiben. 
Alles 
Uebrige: 
Ucberflüssige 
(lagegexl 
müsse 
Die Erfahrung hat diese Lehre schon widerlegt, 
denn Niemand fand an dem trockenen, leeren Style, der 
eine Folge davon war, Gefallen, obgleich doch kein 
Architekt so konsequent war, dass er nicht dennoch 
einige, der Strenge nach überflüssige Verzierungen ein- 
gesclnvärzt hätte. In der 'l'heorie aber verhält es sich 
damit, wie mit den mathematischen Formen; die Zweck- 
mässigkeit ist ein Naturgesetz wie diese, und zwar ein 
solches, welches in der unorganischen Natur deutlicher 
her-Vortritt. In diesem Gebiete, wo das Einzelne keine 
Selbstständigkeit hat, wo kein freier Wille herrscht, son- 
dern wo jede Parzelle der andern völlig gleich ist, muss 
alles strenge zum Ganzen gefügt sein. Auch der orga- 
nischen Natur, und den andern bildenden Künsten, sind 
die mathematischen und statischen Gesetze und das Ge- 
setz der Zweckmässigkeit nicht fremd. Auch dem Baue 
des menschlichen Körpers liegt die Rücksicht auf den 
Gebrauch der Glieder und auf die Möglichkeit. und Er- 
leichterung des 'l'ragens der körperlichen Last zum 
Grunde. WVenn hier die Verhältnisse und Formen nach 
dem Gesetze der Schwere und der Ziveckmässigkeit 
schon durch die N atnr ausgebildet sind, während der 
Architekt sie beim Bau scheinbar aus menschlicher Weis- 
heit schöpft, so ist dieser Unterschied nur scheinbar, und 
widerlegt sich durch das, was wir vorher über die Na- 
turnachalnnung bemerkten; beides sind Naturgesetze, 
und es ist gleichviel, in welcher Form, ob durch An! 
schaumig, oder durch wörtliche lllittheilung wir uns ihrer 
bewusst werden. Der Unterschied zwischen der organiß 
schon und unorganischen Natur, ist daher nur der, dass
        

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