Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835664
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Einleitung. 
Das Wahre, was dieser Annahme zum Grunde liegt, 
ist. die hohe Bedeutung der mathematischen Formen in 
der Architektur. Nicht, dass in ihnen schon die Schön- 
heit bestände, vielmehr liegt sie noch in etwas ganz 
anderm, aber sie sind eine notlwvendige Bedingung, eine 
Grundlage derselben. Sie sind die Gesetze, nach welchen 
die Ordnung in dem Reiche der unorganischen Natur 
hergestellt wird, Gesetze, welche in der Wirklichkeit 
nicht. frei zur Entwickelung kommen, sondern von dem 
organischen Leben bedeckt werden. Sie bilden daher 
das Maass, die ordnende Vorbereitung, auf welche erst 
die Schönheit folgen kann. 
Eine zweite Annahme über das VVesen der Archi- 
tektur, welche Weiter, besonders auch unter den Archi- 
tekten verbreitet ist, ist die, dass die Schönheit des 
Bauwerkes in der Zweckmässigkeit der einzelnen 
Theile bestehe. Wie das ganze Gebäude zu einem ge- 
wissen Zwecke errichtet werde, z. B. als Wohnhaus, 
als Tempel, so müsse auch jedes Glied seinen bestimm- 
ten Zweck erfüllen, und dies in seinem Aeussern aus- 
sprechen, also die Säule das Gebälk tragen, das Gebälk 
die Säulen verbinden und das Dach tragen u. s. f. Diese 
Wohlordnung "des Ganzen, dass keinffheil überflüssig, 
keillirlf _0_hne deutlicheStütze und Zusammenhang mit den 
übrigen sei, mache die Schönheit des Ganzen aus. Alle 
Verzierungen seien hiernach nur so weit zu rechtferti- 
gen, als sie Nutzen gewähren, oder doch denselben an- 
deuten ; Fensterbedachungeil also, müssten so eingerichtet 
sein, dass sie das Hineinströmen des Regens verhinder- 
ten, die Glieder des Gebälkesl und Gesimses so, (lass 
sie eine Erleichterung der tragenden Masse oder eine 
Sicherung gegen den Ablauf des Wassers vom Duelle
        

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