Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835641
50 
Einleitung. 
berechnet, nur die niedrigsten Thiergattungen sind, wie 
die Krystalle, von einfacher geometrischer Konstruktion. 
In der höhern Natur ist überall das Skelet des Gesetzes 
von freiem Leben überdeckt. Hier ist es daher sehr 
viel leichter, dass der Künstler sich jedesmal an die Na- 
tur anschliesse und sie nachahme, so Weit er sie brauchen 
kann, als dass er auf die Gesetze und Regeln des Kör- 
perbaues zurückgehe. Dies um so mehr als der Geist 
dieser Künste ein mehr individueller ist, und daher durch 
ein Verfahren nach allgemeinen Regeln leiden würde. 
Dessen ungeachtet sind aber ihrer geistigen Aufgabe nach 
diese Künste ebensowenig nachahmend wie die Baukunst 
und die Musik. Sie gestalten sichebenso wie diese nach 
eigenen in der Wirklichkeit nicht geltenden Regeln und 
sie sondern, jede nach ihrem Gesetze, aus der Fülle der 
Wirklichkeit manches aus, was der Nachahmung zu- 
gänglich wäre. Der Unterschied hat daher mehr eine 
praktische Bedeutung für die Ausführung als eine theo- 
retische für das Wesen dieser verschiedenen Künste. 
Weil man aber dies nicht einsah, und nach einem 
besondern Prinzip für die Architektur suchte, das eben 
so handgreiflich sein sollte, wie das der Nachahmung, 
kam man auf Wunderliche Behauptungen, denen freilich 
wie immer eine Wahrheit, aber eine über-schätzte und 
aus ihrer Stelle gerückte, zum Grunde lag. 
Eine dieser Behauptungen ist, dass die Architektur 
symbolisch sei, in dem Sinne, dass diese Verhältnisse, 
die wir vor" uns sehen, auf tiefe Lehren von den höch- 
sten Dingen hindeuteten, und dass sie, theils unwillkürlich, 
theils" riaelrüBei-lieFei-ten Geheimlehren, deshalb angewen- 
det und verehrt würden. S0 sollte der rechte Winkel 
(die 
Verbindung 
der 
senkrechten 
Linie 
mit 
der 
waage-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.