Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835623
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Einleitung. 
Die 
Architektur. 
Diese Kunst hat den Aesthetikern grosse Schwierig- 
keiten gemacht, sie ist bisher, man kann fast sagen. 
nirgend richtig aufgefasst. worden. 
Grösstentheils lag es daran, dass man das Verhält- 
niss des Geistes zur Natur in der Kunst missverstand, 
und daher in gewissen Künsten eine vollkommene Nach- 
ahmung der Natur annahm, die man in andern vermisste. 
Die Sculptur, die Malerei und die Poesie schienen eine 
Nachahmung wirklicher Gegenstände zu sein. Die Bau- 
kunst und die Musik dagegen hatten kein Vorbild in der 
Natur, und wo man im Einzelnen Nachbildungen von 
'l'hierei1 und Pflanzen in der Architektur, oder Anklänge 
von Naturtönen in der Musik fand, da konnte man sich 
nicht verhehlen, dass dies theils untergeordnet, theils 
unschön sei. S0 kam man denn auf eine Unterscheidung 
zwischen den nachahmenden und nicht nachahmenden 
Künsten , und indem man nun das Gemeinsame suchte, 
Worin bei diesen letzten die Schönheit liege, kam man 
eben nur auf die Verhältnisse des Maasses, und suchte 
sich, so gut es angehen wollte, zu erklären, wie ein 
gewisses Wohlverhältniss der Maasszahlen einen so 
wohlthätigen Eindruck auf unsere Seele machen könne, 
worüber man denn auf manche sonderbare Hypothesen 
gerieth. I  
Der Grund dieser Irrthümer liegt darin, dass man 
den allerdings vorhandenen Unterschied, zwischen den 
nachahmenden und niehtnachahmenden Künsten viel zu 
gross nahm. Denn, 
stellen, mithin alle 
da alle Künste Erscheinungen dar- 
auf Gesetzen der Natur beruhen,
        

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