Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835603
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Einleitung. 
die ganze menschliche Seele umfasst, entspricht der Poe" 
sie , in welcher das WVesen der Dinge selbst zur Gestalt 
kommt. Dem wissenschaftlichen Sprachgebrauche folgend, 
nennen wir den Geist, in welchem das Wissen vor- 
herrscht den gegenständlichen oder objectiven; 
den vorzugsweise empündenden den subjectiven; den 
dritten kräftigen endlich den individuellen. 
Das Verhältniss dieser Geistesrichtungen zu den 
verschiedenen Grlmdstoifeil der Künste ist aber nicht ein 
so ausschliessliches, dass in jeder Kunst nur ein solcher 
Geist vorkomme. Denn jene dreiGestaltungen des Geistes 
sind seine nothwendigen Entwickelungsstufen. Anfangs 
bildet sich im Geiste die Kraft des Aufnehmens und 
Wissens aus, er lernt mit begierigem Gedächtnisse und 
kindlicher Bescheidenheit, während er über sich selbst un- 
bekümmert ist. Dann erwacht das Selbstgefühl; bereichert 
durch jenes Wissen, aber nur um sich selbst bekümmert, 
bildet er das eigene Ich. Endlich geht er weiter im 
Bewusstsein imd bringt seine Empündungen mit der all- 
gemeinen Natur in Einklang. Bei den einzelnen Menschen 
sind diese drei Entwickelungsstufen oft Weder scharf 
gesondert noch vollständig erkennbar, weil der Einzelne 
nicht die Kraft fortwährenden und regelmässigen Strebens 
hat, sondern vielmehr bald, soweit der Zufall ihm Bildung 
verschafft hat, sich iixirt und schon frühzeitig auf seinen 
Lorbeeren ruht. In der Kunst dagegen, auf dem Boden 
scharfer Sonderung und reiner Gestaltung prägen sie 
sich entschieden aus. 
Daher kommt denn auch in jeder der drei Künste, 
wie sie sich nach den Stoffen theilen, der Geist in den 
drei EntWickelungsformen vor, und da dieser Veränderung 
des Geistes auch eine Veränderung der Form entsprechen
        

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