Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835599
Die 
Künste. 
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Gabe, nichts. Die entgegengesetzte Thätigkeit besteht 
dagegen darin, dass der Geist alles, was er ist, sei es 
durch seine ursprüngliche Natur, oder durch weitere 
Erfahrungen, zusammenfasst, sich seiner selbst, als des 
Einheitspunktes bewusst wird und alles Aenssere auf 
sich bezieht. Wir können jene Thätigkeit das Wissen, 
diese die Empfindung nennen, müssen uns aber wohl 
erinnern, dass auch im Wissen eine Empfindung seiner 
selbst, und auch in der Empfindung ein Wissen äusserer 
Gegenstände ist, und dass Wir daher immer nur ein 
Vorherrschen des Einen oder Andern haben. Zwischen 
diesen beiden äussersten Thätigkeiten ist dann Wieder 
als Drittes, das eigenthümliche Wesen des Geistes selbst, 
die Kraft jene beiden zu vereinigen, weder das Wissen 
noch die Empfindung zu ausschliesslicher Herrschaft 
kommen zu lassen, sondern stets von einem zum andern 
über zu gehen, "und jedes durch die Bereicherung des 
andern auch reicher zu machen, das Wissen zu erweitern, 
um tiefer zu empfinden, und vermöge dieser tieferen 
Empfindung zum reichern Wissen fortzuschreiten. 
Wenden wir dies auf die verschiedenen Künste an, 
S0 ist nicht schwierig, einzusehen, welche Geistesrich- 
tung jeder von ihnen am meisten zusagt. Der Kunst des 
Raumes entspricht der Geist, in welchem das Wissen 
Verwaltet, in welchem also die einzelnen Kenntnisse mit 
einer gewissen Sonderung neben einander gestellt sind, 
und das Selbstbewusstsein sich nurdadurch äussert, dass 
es diese Getrennten in Verhältniss zu einander bringt 
und äusserlich zusammenfasst. Der Musik entspricht da- 
gegen die Empfindung, in welcher alles Aeussere nicht 
mehr an sich selbst gilt, sondern nur soweit es im Ilmßrll 
naehklingt. Der mittlere Geist endlich, der am meisten
        

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