Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835541
40 
Einleitung. 
Indessen gewährt noch keine dieser drei Formen, 
in welche wir bei dieser ersten rohen Trennung die Er- 
scheinung zerlegten, uns ein wahrhaft Schönes. Das Bild 
der vorstellenden Erinnerung ist dunkel und verwirrt, die 
Erscheinung des Räumliohen erstarrt und leblos, die 
{Xeusserung des Zeitlebens mangelhaft und unzusammen- 
hängend. Die Mängel der Wirklichen Erscheinung haften 
noch an jeder der so gewonnenen Anschauungen. 
Nehmen wir einen weiteren Reinigungsprozess im 
Wege des Gedankens vor, so kommen wir zwar auf 
einen festen Boden, aber noch unerfreulicherer Art. Denn 
dann linden wir den Begriff des Raumes, als der unbe- 
gränzten, gleichtheiligen Ausdehnung, den der Zeit als 
der unaufhaltsamen ermüdend und fruchtlos fortschreiten- 
den Bewegung, den des Lebens selbst als den rastlosen 
Wechsel von Ursachen und WVirkung-en. Jene beiden 
als die leeren Formen, diese als den stoffartigeil, zer- 
stückelten Inhalt. 
Bis zu dieser Tiefe des einsamen abstracten Begriffes 
darf die Kunst nicht hinabsteigen. Sie muss den Raum, 
die Zeit, die Vorstellung des Lebens schon als erfüllte, 
kräftige Stoffe erfassen, in welche sich die geistige 
Thätigkeit des Künstlers versenken und aus ihnen die 
vollen Bilder der Erscheinung hervorloeken kann. Sie 
muss also den Raum schon in solcher Erfüllung erfassen, 
dass (laran die Entwickelung des Zeitlebens, und die 
Kraft und Bedeutsamkeit der Dinge, die Zeit so, dass 
räumliche Sonderung und Begränzung daran sichtbar sei, 
und ebenso die Vorstellung in begränzter gegliederten- 
Gestalt, Zeit und Raum durehdringend und belebend. Sie 
reinigt daher jene rohem Bilder der Wirklichkeit bis 
dahin, dass jedes jener lülemente als ein fester Stoff
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.