Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835532
Die 
Künste. 
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der Dinge lßeziehung hat. Es bleibt dann nur der Raum 
mit dem Bilde, durch das er ausgefüllt ist, mit den For- 
men und Farben der Dinge. 
Treten wir dann auf's Neue vor die Landschaft und 
denken jetzt gerade das, was wir vorher beibehielten, 
daraus fortgenommen, also das Licht erloschen oder unser 
Auge geschlossen, so dass nur das Ohr uns Rechenschaft. 
giebt. Wir hören nun das Rauschen der Blätter, das 
Murmeln des Bachs, das Zwitschern der Vögel, den 
Gang des nahenden Wildes, also einzelne Töne, zunächst 
unverbunden. Aber dennoch ist, wenn wir warten, etwas 
da, das sie in Zusammenhang bringt, der leise Hauch 
der Luft, die diese Töne trägt, und etwas noch Zarteres 
und Tieferes, das dieser allgemeinen Bewegung zum 
Grunde liegt, das wir, wenn an nichts anderem an den 
Schlägen unseres Herzens wahrnehmen können, das 
Maass der Zeit.  
Schliesscn 
wir 
endlich 
auch 
das 
Ohr 
und 
halten wir 
nur die Erscheinung des Ganzen, mit seinen Farben und 
Formen, mit seiner Bewegung und seinen Tönen, mit 
seiner lebendigen Kraft und Fülle fest, so fühlen wir, 
wie sich das Leben, die Wirklichkeit der Dinge in 
uns zu einem einigen und friedlichen Ganzen zusam- 
menzieht.  
Hiernit haben wir die Erscheinung erschöpft. Was 
sonst von Kraft und Wirksamkeit in den Dingen ist, 
was etwa unsern andern gröber-n Sinnen , Geruch und 
Gefühl, bemerkbar werden könnte, gehört der Sonderung 
und dem Streite, der Auflösung der Erscheinung, nicht 
ihrer Erhaltung und Schönheit an. Nichts als der Raum 
und die Zeit oder die innere Vorstellung erhalten die 
Erscheinung in ihrer Einheit.
        

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