Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835506
36 Einleitung. 
stufe der wahren Kunst. Es giebt ferner einzelne Gedan- 
ken, auf deren Darstellung die Kunst nicht ganz verzichten 
mag, die aber dennoch nicht völlig in die Erscheinung 
aufgehen, und daher eine Gattung von minder vollkom- 
menen Kunstwerken hervorbringen. Je Weniger der Kunst- 
sinn ausgebildet ist, desto häufiger sind solche Darstel- 
hingen, für welche wir keinem bezeichnendern Ausdruck 
als den des Symbolischen haben. Je mehr aber die 
künstlerische Durchbildung des Sinnes vorgeschritten ist, 
desto weniger liebt man diese Mittelgattung, desto mehr 
will man entweder ein wirkliches Kunstwerk oder den 
einfachen, klaren, unbildlichen Ausdruck des Gedankens 
haben. Man duldet dann lieber eine absichtliche Allegorie, 
als deine undeutliche und getrübte Mischung des Bildlichen 
mit dem prosaischen Gedanken. Man gestattet wohl im 
Einzchien die Metapher im Feuer der Rede oder eine 
symbolische Beziehung an Nebensachen, Attributen und 
dergleichen. Im Grossen und an ganzen Werken ist aber 
das Symbolische nicht mehr möglich, weil man sich der 
Verschiedenheit des Bildes und des Gedankens zu sehr 
bewusst ist, und dies Bewusstsein ohne absichtliche Lüge 
nicht verläugnen kann. 
Um so mehr, da es solche geschichtlichen Vorstufen 
der Kunst giebt und da die Kritik an einzelnen Werken 
des Ausdrucks in diesem Sinne bedarf, ist es daher rath- 
sam, das Wort: Symbol dafür zu behalten, und ihm einen 
andern, Missverständnissen unterworfenen Sinn, nicht 
beizulegexl.
        

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