Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835492
Das 
Symbol. 
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Werth und ihre Bedeutung hat, 'dass sie über die Grän- 
zen des Wortes hinaus greift. Das Ideelle des Kunstwerkes 
besteht theils darin, dass es einzelne, zarte Züge des 
natürlichen Gegenstandes, welche in der Wirklichkeit 
von der materiellen Bestimmung des Dinges gleichsam 
beschattet und vertilgt werden, hervorhebt und ausspricht, 
ihnen eine Sprache leihet, welche sie sonst nicht besitzen, 
dann aber auch besonders darin, dass es die mannigfal- 
tigen Beziehungen und Gesetze der Natur, welche der 
Gedanke und das Wort immer nur getrennt und einzeln 
auffassen können , zusammenfasst und gleichsam in 
einen Brennpunkt vereinigt, von welchem aus sie unser 
Gefühl mit erhöhter Wärme berühren. Könnte man nun 
auch die Summe dieser mannigfaltigen Beziehungen in 
einem geistreichen Worte concentriren, so würde dies 
doch immer schon etwas von der beschränkten Bestimmt- 
heit des Gedankens und des Wortes an sich tragen, 
und jene zauberische Wirkung des Kunstwerkes, welche 
durch die zwar unbestimmte, aber auch unendliche Man- 
nigfaltigkeit der darin anklingenden Beziehungen entsteht, 
wäre verloren gegangen.  
Hiezu kommt nun noch, dass das Wort: Symbol 
stets die N ebenbedeutung eines Gedankens hat, welcher 
nicht völlig Eins mit dem Dargestellten ist, sondern 
durch dasselbe wie durch ein Zeichen repräsentirt wird. 
Es giebt in der That einen Zustand der Seele und der 
Kunst, wo sie ,i nicht von der Natur, sondern vom Ge- 
danken ausgehend, für denselben ein sinnliches Zeichen 
sucht, welches dann dem Gedanken wohl ähnlich und ent- 
sprechend, aber niemals ihm gleich sein kann. Diese 
Richtung ist schon eine Regung des Kunstsinnes, aber 
des noch nicht völlig ausgebildeten und bildet eine Vor-
        

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