Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835485
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Einleitung. 
weit diese Ansicht zutreffend ist. Immerhin war aber 
der Sprachgebrauch bedenklich, weil er allzuleicht darauf 
führen konnte, dass der Künstler sich denn doch dieser 
Idee bewusst sein müsse, und dass eine ideale, Weniger 
an der natürlichen Erscheinung, als an ihrer höheren 
Bedeutung hängende Auffassung nöthig sei. Daher brachte 
denn auch diese Ansicht wieder eine Opposition hervor, 
welche ausschliesslich die Natur nachgeahmt und darge- 
stellt haben wollte, als deren Vertreter wir einen be- 
rühmten Kunsthistoriker nennen wollen, welcher in der 
Einleitung seines Werkes ausführlich gegen das Ideale 
zu Felde ziehen zu müssen glaubte. Eine Lehre, welche 
Wenigstens für die Künstler die richtigere und gefahr- 
losere ist, da ihnen immerhin die Begeisterung und die 
Idee nur durch die Natur und niemals auf dem Wege 
des Gedankens zukommen kann und darf. Auch bezog 
sich jene Ausführung Rumohfs zunächst auf eine Ansicht 
und einen Sprachgebrauch, welche nicht unter den Theo- 
retikern, sondern unter den Künstlern entstanden war, 
indem sie die reinigende und erhebende Modifikation, 
welche der natürliche Gegenstand durch die Kunst er- 
fährt, mit dem Worte: Styl bezeichneten, und auch dieses 
Wort die Gefahr mit sich brachte, sie zu einer absicht- 
lichen oder doch bewussten Behandlung des Gegenstan- 
des zu verleiten, welche der Wärme und dem Leben 
wahrer Kunstübung nachtheilig sein musste. 
Auch für den Beschauer und die Theorie hat aber 
jeder solcher Sprachgebrauch , welcher die Idee des 
Kunstwerkes von dem dargestellten Gegenstande scharf 
zu sondern scheint, etwas Bedenkliches, indem er im 
Einzelnen leicht dahin führt, die Idee in einem Worte 
aussprechen zu wollen, während sie gerade (larin ihren
        

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