Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835461
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Einleitung. 
herrschte das Sinnliche, sei es in der Gestalt des Lieb- 
lichen und Angenehmen oder in der des äusserlich Im- 
ponirenden. In der Theorie dagegen hatte man den Begriff 
des Schönen bis zu einer abstracten Leerheit ausge- 
höhlt, welche eine praktische Anwendung unmöglich 
oder unfruchtbar machte. Daher empfand man denn, 
dass jedem Kunstwerke ein eigenthümlicher, bestimm- 
terer Gedankeninhalt zum Grunde liegen müsse, und 
ein geistreicher Schriftsteller, Friedrich Schlegel, wel- 
cher die Gabe hatte, den neuen Ansichten durch ein 
kühnes Wort Bahn zu brechen, sprach daher aus, dass 
jedes Kunstwerk eigentlich eine Allegorie sei. Andere 
fanden indessen diesen Ausdruck zu stark, und hielten 
es für nöthig, dieses allgemeine Erforderniss eines in- 
wohnenden Gedankens von der absichtlich allegorischen 
Verknüpfung eines Begriffs mit einem an sich fremdar- 
tigen Bilde zu unterscheiden. Daher kam man denn darauf, 
jenes mit dem Worte des Symbolischen zu bezeichnen. 
Auch in einer anderen, verwandten Beziehung kann 
gleichzeitig dasselbe Wort in ausgedehnte Anwendung. 
Der berühmte Gelehrte, welcher sein grosses Werk: 
Symbolik nannte (Grenzer), hatte es sich zwar zu- 
nächst zur Aufgabe gemacht, nachzuweisen, dass in den 
religiösen Mythen der alten Völker bestimmte Gedanken 
verborgen und eingekleidet seien, er beschäftigte sich 
daher nicht unmittelbar mit der Kunst. Indessen war sie 
doch seinem Gegenstande nicht ganz fremd, und er un- 
terliess nicht in der Einleitung bei der Entwickelung des 
Begriffes und der Gattungen des Symbols auch das 
plastische Symbol, welches sich auf der zarten Mitte 
zwischen Geist und Natur" halte, mithin die eigentliche 
Kunst aufzuzählen.
        

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