Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835459
Das 
Symbol. 
3I 
Werkes erhalten kann, anzudeuten. Noch heute hört man 
es oft aussprechen, dass ein Kunstwerk, wenn es seine 
volle Würde behaupten wolle, symbolisch sein müsse. 
Es ist nicht überflüssig, auf den Ursprung des Wortes 
einzugehen. 
Das Wort: Symbol (wörtlich das Zusammenge- 
brachte) wurde nämlich von griechischen Grammatikern 
zuerst benutzt, um damit die Redeiiguren zu bezeichnen, 
in welchen irgend ein Bild mit einem Gedanken verbun- 
den ist. Sie brauchten es ziemlich gleichbedeutend mit 
dem Worte: Allegorie, doch so, dass diesem mehr der 
Nebenbegriff einer absichtlichen, weithergeholten Ver- 
knüpfung beigelegt wurde, während das Symbol mehr 
eine natürliche, ungesuchte Verwandtschaft des Gedan- 
kens und des Bildes voraussetzte.' Auch verband man 
von Alters her mit diesem die Vorstellung von etwas 
Ernstem und Würdigen, weil schon die Zeichen, welche 
die Götter den Sterblichen sandten, selbst die räthsel- 
haften Orakelsprüche Symbole genannt worden waren. 
Späterhin, während die Allegorie, vielfältig geübt 
und genannt wurde, kam das Wort: Symbol in Beziehung 
auf die Kunst ganz in Vergessenheit. In dem ausführlichen 
lexikographischen Werke von Sulzer über die Theorie 
der schönen Künste aus dem vorigen Jahrhundert kommt 
es gar nicht vor, und erst vor einigen Jahrzehnten führte 
das Bedürfniss darauf, es Wieder hervorzuziehen, und 
ihm nun eine, und zwar sehr wichtige Bedeutung beizu-- 
zulegen. Die Veranlassung lag in der Ausbildung, welche 
die Uebung und Theorie der Kunst während der Herr- 
schaft eines sehr materialistischen Geistes im vorigen 
Jahrhunderte erhalten hatte. Die Kunst hatte sich gleich- 
sam in ihre Elemente aufgelöst. In ihrer Ausübung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.