Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835442
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Einleitung. 
heit des Geistes im Künstler hängt daher auch die 'l'iel'e- 
und Klarheit der Idee des Kunstwerkes ab. In der Regel 
wird sich nun zwar der höhere Geist auch zu" den höhcrn 
Gegenständen hingezogen fühlen, indessen giebt es auch 
Ausnahmen von dieser Regel. Zarte, aber Verhältniss- 
mässig schwächere Künstlernaturen, ich möchte sie weib- 
liche nennen, widmen sich häufig nur der Darstellung 
höherer Gegenstände, während andere tiefere, männliche 
Charaktere zu geringem, welche sie mit grösserer Klar- 
heit und Vollendung behandeln und denen sie durch die 
Kraft ihres Geistes gleichsam etwas hinzufügen, sich 
hinneigen. Mit dieser Tiefe und Klarkeit der Auffassung 
wächst dann zwar nicht die Bedeutung des Gegenstan- 
des an sich, aber indem mit derselben ein Reichthum 
anderer Vorstellungen und Beziehungen anklingt, ist die 
Idee des Kunstwerkes dadurch wahrhaft eine andere 
geworden.  An dem unscheinbarsten Gegenstande kann 
uns" das Gefühl der milden Einheit und ruhigen Harmonie, 
mit welcher die Gegensätze sich dmchdringen, und also 
eins der tiefsten Gesetze des Weltlebens mit einer Klar- 
heit und Energie in einem Augenblicke werden, wie es 
uns Worte niemals gewährt hätten. Die Idee des Kunst- 
Werkes ist daher, um es zusammenzufassen, nichts anderes 
als die Vorstellung des Gegenstandes im Einklange mit 
den Anforderungen begeisterten Schönheitsgefühles. 
Am Schlusse dieser Betrachtung scheint es geeignet, 
uns über einige Ausdrücke ,zu versfändigexi, die in 
Umlauf gekommen sind, um diese Erweiterung, welche 
die Bedeutung des Gegenstandes in der Idee des Kunst-
        

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