Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835409
Einleitung. 
den Geschöpfen den Schöpfer, ihre Liebe feiert ihn darin, 
wenn sie auch seinen Namen nicht ausspricht. Ganz 
ohne diese Naturreligion kann auch jene geistige nicht 
wahrhaft bestehen; wer seine Mitgeschöpfe nicht liebt, 
kann auch den Schöpfer nicht lieben, sondern nur als 
einen feindlichen Dämon fürchten. Dagegen ist es freilich 
richtig, dass, wenn diese Pietät für die Natur ganz 
verlassen bleibt von den höhern Offenbarungen des Geistes, 
sie von der sinnlichen Kraft der Natur berauscht wird, 
und nur zu phantastischen Mythen und einem orgiasti- 
scheu Cultus gelangt. Aber schon hier  denn der Mensch 
kann sich dem Geiste nicht gänzlich entziehen _-werden 
sich leise die ersten Spuren der Kunst zeigen, und mehr 
und mehr wird sich Ordnung und Maass herausbilden. 
Wir können hienach ermessen, in Welcher Verbin- 
dung die Pietät der Kunst mit der eigentlichen Religio- 
sität steht. Da sie auf die Erhabenheit des religiösen 
Gedankens keinen Anspruch machen kann, so wird sie 
stets von ihr mehr oder minder entfernt bleiben. Je 
mehr die Religion von der Natur absieht, desto weniger 
gewährt ihr die Kunst, je mehr die religiöse Auffassung 
Naturcultus ist, desto mehr nähert sie sich ihr. Ist diese 
Naturreligioil aber roher, sinnlicher Art, so leidet die 
Kunst selbst dadurch und kann sich nicht erheben, und 
nur eine zugleich geistige und natürliche Religion tritt 
mit der Kunst in die nächste und innigste Wechselwir- 
kung. Die abstracten Wahrheiten einer denkenden Re- 
ligiosität auszusprechen, ist natürlich "niemals der Beruf 
der Kunst, diese bleiben ihr immer ein unzugängliches 
Mysterium, und bei einer überwiegend geistigen Religion 
wird sie daher auch nur immer die N aturseite aufzufassen 
vermögen , 
SV O 
dann 
der 
Ausdruck 
der 
Heiligkeit 
und
        

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