Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839635
Schlussbetrachtung. 
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hier ist das Ganze wirklich Eins und untrennbar; die 
Bildwerke haben nicht die eigenthümliche Kraft und Be- 
deutung, um sich selbstständig zu machen, die Architektur 
enthält, selbst wenn man von dem Bilderschmuck ihrer 
VVände abstrahirt , in den Formen ihrer Säulen und 
Mauern schon plastische Elemente. Weil diese Einheit 
hauptsächlich der Architektur zu Statten kommt und sie 
weniger dabei leidet als die andern Künste," schreiben 
wir der ägyptischen Kunst im Ganzen mit Recht einen 
vorherrschend architektonischen Charakter zu. Man darf 
aber nicht vergessen, dass auch der eigenthümliehe Cha- 
rakter der Architektur nicht, rein ausgebildet ist, und 
dass daher der Geist der ägyptischen Kunst mehr der 
Gesammtheit der bildenden Künste in ihrer innern Ueber- 
einstimmung als der Baukunst allein angehört.  
Diese Erscheinung ist in vieler Beziehung merkwür- 
dig und lehrreich. Wir sehen daran, dass die Verbindung 
der bildenden Künste nicht etwa bloss durch Abstraction 
zu erkennen ist, sondern dass ihnen ein gemeinsamer, 
wirklicher Existenz fähiger Geist zum Grunde liegt, 
dessen Eigenthümlichkeit wir hier nicht bloss theoretisch, 
sondern aus geschichtlicher Erfahrung wahrnehmen können. 
Vergleichen wir die Aegypter mit den andern, 'V0l"- 
her betrachteten Völkern in Beziehung auf die bildenden 
Künste, so ist gar nicht znvei-kennen, dass sie die- 
selben weit übertreffen. 
Indien kann noch zuerst Anspruch auf eine Gleich- 
stellung mit Aegypten machen. Es besitzt einen ähn- 
lichen Reichthum von Werken, in welchen ebenfalls 
Architektur, Plastik und Farbe zusammenstimmen und 
ein imponirendes, grandioses Ganze bilden. Man kann 
vielleicht selbst der indischen Plastik einen X-Torzug reichern 
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