Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835373
Die 
ldee 
des 
Kunstwerkes. 
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wirkliche, nicht die Fülle der wirksamen Kräfte, nicht 
die zahllos sich durchkreuzenden Elemente, sondern nur 
die Erscheinung in einer ihrer elementaren Beziehungen, 
steht sie auf dem Boden des Gefühls, klärt und reinigt 
aber dasselbe zu einer harmonischen und deutlichen An- 
schauung. Indem sie nicht die Bestimmtheit der Einsicht, 
nicht die Bereicherung der Erkenntniss zur Aufgabe und 
Absicht hat, ist sie frei von jener ausschliessenden und 
beschränkenden Schärfe des Gedankens. Sie unterscheidet 
sich von beiden, vom Gefühle und von Gedanken, da- 
durch, dass sie das Subjective und, wenn man es so 
nennen darf, Egoistische in beiden vermindert, welches 
im Gefühle in der Festhaltung der Zufälligkeit meiner 
Person, im Gedanken in der bewussten und absichtlichen 
Allssßndßrung einer Seite oder Beziehung der Dinge nach 
meinem jedesmaligen Standpunkte liegt, und dass Sie 
vielmehr den Gegenstand rein und dennoch, wenigstens 
Seine!" Form nach, als einen ganzen umfasst. Man fordert 
und rühmt deswegen mit Recht die Objectivität der Kunst. 
Diese ist aber andrerseits dadurch bedingt, dass sie das 
Grobe und Stoffartige des Objectiven, welches der Gedanke 
und das Gefühl wegen ihres Verhältnisses zur WVirklichkeit 
beibehalten müssen, nicht in sich aufnimmt, und die_sube 
jective Einheit des Gefühls der objectiven Fülle des Stoffes 
mittheilt. Durch diese Verschmelzung des Gefühls mit 
dem Stoffe vermag die Kunst das Wesender Dinge in 
seinem innersten Leben, wie es weder durch ihren Begriff 
noch durch die Aufzählung ihrer Eigenschaften erschöpft 
wird, an das Lichtzu bringen, und auch solchen Empfindun- 
gen, welche zu zart sind, um durch das Medium des Wor- 
i-ES ausgesprochen zu werden, einen Ausdruck zu verleihen. 
Die Idee des Kunstiverkes hat daher, wenn sie dem Gedan-
        

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