Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839563
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AegYPtische 
Sculptur. 
dem Wagen sind durch die Umrisslinien der Brust und 
der Füsse, Krieger in Reihen durch ähnliche Vervielfäl- 
tigimg der Umrisse angedeutet. Auf andern Bildern ist 
ein anderer Weg eingeschlagen , um die Menge der 
Gegenstände, wie wir sie in der Natur perspeeüvisch 
sehen , zu vergegenwärtigen, indem nämlich das Ent- 
ferntere über dem Näheren in eäer zweiten Reihe dar- 
gestellt ist. S0 führt ein ägyptischer Krieger in grösse- 
rer Dimension die Schaaren der gefesselten Feinde, 
welche dann, obgleich die Ketten alle in seiner Hand 
zusammen laufen, in Reihen über einander hinter ilnn 
abgebildet sind; ebenso bei den Triumphzügen, wo der 
König in grossem Maassstabe gebildet ist, während 
mehrere Reihen kleinerer Gestalten ihm Gefangene oder 
Geschenke vorführen. Das Bildwerk ist auch hier eine 
Art der Schrift, man hilft sich so gut man kann, um 
den wichtigen Umstand der grossen Zahl gefangener 
Feinde nicht unausgesprochen zu lassen. Es ist aber 
auch etwas Perspectivisches in dieser Anordnung, nur 
dass statt der Köpfe der hintern Reihen die ganzen 
Figuren dargestellt sind. 
Man darf nicht glauben, dass es ein bewusstes V or- 
urtheil oder ein gesetzliches Verbot war, welches die 
Aegypter von freierer Auffassung der Natur abhielt und 
an eine feste Regel band. Vielmehr stellten sie die Natur 
so weit sie sie verstanden, möglichst treu und lebendig 
dar. Das äusserliche Leben, Bewegung und Thatkraft, 
das Thier und der Mensch in seinen allgemeinen Bezie- 
hungen, im kriegerischen, öffentlichen Leben gelingen 
ihnen daher sehr wohl; die Darstellungen von hällSlichen 
Beschäftigungen in den Hypogäen haben oft Motive von 
grosser Naturwahrheit und Naivetät. Aber das Seelen-
        

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