Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839508
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Aegyptische 
Sculptur. 
kennt, wenigstens kommt dergleichen nur symbolisch an 
B'eindeshaufen, zur Darstellung einer grossen Zahl vor, 
so dass ein Haupt mit vielen gewissermasseil perspec- 
tivisch gezeichneten Armen und Beinen verbunden ist. 
Dagegen sind die Götter-gestalten von dieser Entstehung 
frei. i) Auch abgesehen hievon ist aber der ägyptische 
Typus bei Weitem schöner, die architektonische Regel, 
der zusammenhängende Bau des Körpers tritt klarer her- 
vor, und während dort Schlalfheit und Weichlichkeit aus 
den fast sich lösenden Gliedern sprach, ist hier der 
wohlthätige Ausdruck eines gesunden zusammengehalte- 
nen Wesens. 
Dagegen ist der Ausdruck des Charakters fast 
noch schwächer als an den indischen Gestalten. Die 
Unterscheidung des Geschlechtes ist zwar deutlich genug, 
und eben so sind die verschiedenen Völkerschaften auf 
den historischen Reliefs von Medynet- Abu und Kalapsche 
charakteristisch bezeichnet. Aber alle feinern Verschie- 
denheiten fehlen fast ganz. Schon die des Alters ist 
kaum bemerkbar; _wir finden weder Greise noch Jüng- 
linge, sondern alle erscheinen in. der mittlern Reife der 
Jahre. Nur durch die Kleinheit der Gestalt ist Horus 
auf dem Schoosse seiner liIutter Isis als Kind bezeichnet, 
und ebenso erkennt man auf einigen Basreliefs Knaben 
in den Triumphzügen durch ihre kleinere Gestalt. 
An einen Ausdruck des Charakters, an den Unter- 
schied des Milden oder Strengen, des Weisen und Kräf- 
tigen und dergleichen ist nicht zu denken, oder er ist 
wenigstens sehr schwach. Im Ganzen haben alle Ge- 
stalten denselben Ausdruck eines gesunden, wenn man 
ä") In den Tempeln 
mehreren Armen. 
VOR 
Meroe 
sind 
auch 
Göttergestalten 
mit
        

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