Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839431
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rother Farbe voranging, 
Meissel ausgehauela und 
wurde. 
demnächst die Form mit dem 
endlich die Farbe aufgetragen 
Von eigentlicher Malerei kann man nicht sprechen, 
denn die Kunst der Schattirung fehlt völlig; selbst da, 
wo nicht Sculpturen farbig angestrichen, sondern gemalte 
Figuren auf flachem Grunde angebracht wurden, sind 
sie nur farbige Silhouetten ohne Vertiefung und Schatten. 
Die Bereitung der Farben und die Ausführung des An- 
strichs geschah mit grosser Sorgfalt. An einigen nicht 
vollendeten Werken können wir beobachten, dass auch 
hier zuerst die Umrisse in rother Farbe gezeichnet, dann 
(wahrscheinlich von anderer Hand) mit schwarzer Farbe 
korrigirt, darauf mit Weiss untermalt wurden, und nun 
erst die Farbe erhielten, in Welcher sie bleiben sollten. 
Der sorgfältigen Bereitung dieser Farbe (und freilich 
auch dem günstigen Klima) ist es zuzuschreiben, dass 
die Färbung sich noch in höchster Frische erhalten hat. 
Das Farbenmaterial war übrigens beschränkt, man findet 
nur Roth, Grün, Hell- und Dunkelblau, Gelb und Schwarz. 
Fleischfarbe fehlt ganz; bei ägyptischen Männern nahm 
man Roth zur Bezeichnung des Nackten, wobei eine 
vollkommene Nachahmung der Natur nicht bezweckt 
War, da die Pferde fast dieselbe Farbe haben. Das 
Kolorit der Frauen ist mehr gelblich, ohne Zweifel zur 
Bezeichnung der zarteren Haut; das feindliche Volk, mit 
welchem die Aegypter auf den Schlachtbildern kämpfen, 
ist mit graugelber Färbung dargestellt. Bei den Götter- 
gestalten hört die Beziehung auf das menschliche Kolorit 
ganz auf, sie sind blau, grün, rothgrün, gelb, wahrschein- 
lich nach symbolischen Rücksichten auf die N aturelemente, 
welche durch diese Götter repräscntirt wurden, oder auf
        

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