Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839356
Aesthetische 
WVürdigung. 
4-21 
der bestimmte 
Volkes. 
individuelle 
Charakter 
des 
ägyptischen 
Für uns ist etwas Fremdartiges in dieser Schönheit, 
sie ist überhaupt nicht jedem Lande, nicht allen Ge- 
schlechtern der Menschen gemäss. Strabo, der gelehrte 
und kluge griechische Reisende aus Augustus Zeit, be- 
suchte Aegypten selbst, und wir, haben uns seiner Be- 
Schreibung von der Anordnung ägyptischer 'l'empel schon 
oben bedient. In dieser Beschreibung kommt eine höchst 
merkwürdige Stelle vor. Nachdem er die übrigen Theile 
geschildert, erwähnt er zuletzt noch des vielsäuligen 
Raumesxund zwar in folgender Art. „Auch ist da noch, 
wsagt er, ein gewisser vielsäuliger Raum von barbarischer 
„(fre1ndartiger) Anordnung, denn ausser dass er voll von 
wvielen und starken und in vielen Reihen aufgestellten 
"Säulen ist, hat er nichts Schönes, nichts Bildliches, 
wsondern scheint ein sehr thörigt Werk zu seinag). Den 
heutigen Verehrern der ägyptischen Architektur ist dies 
unbegreiflich gewesen, weil diese Säulen schon an sich 
selbst schön, überdies ganz mit Malerei bedeckt sind, 
und überhaupt der ganze Raum ihnen sehr imponirte. 
Allein offenbar spricht hier in dem vielgereisten, gebil- 
deten Manne dennoch der Grieche mit seinem nationellen 
Schönheitsbegrilfe , dem dieser Wald von Säulen, die 
Häufung im innern Raume zuwider und unverständlich 
ist. Selbst für unsere kosmopolitische Zeit, in Welcher 
die Nationalgeister noch sehr viel mehr als im römischen 
Reiche sich einander genähert haben, bleibt jene Schön- 
ü) Lib. XVll. pag. 806: oäkld ywrcuoa-roviocv äycfJaLv-a 
gadllov; vielleicht ein noch stärkerer Ausdruck, als der im Texte 
gcuüillltv.
        

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