Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839258
Kleinere 
Tempel. 
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liehe Gestalt angebracht, gnomenartig, bärtig, mit ver_ 
zerrtem, grinzendem Gesichte und gespreizten Beinen, 
völlig diabolischen Ansehens, und gegen die würdige 
Ruhe und den edlen schlanken Körperbau der übrigen 
ägyptischen Götter merkwürdig contrastirend. Man hält 
sie daher mit Wahrscheinlichkeit für das Bild des neidi- 
sehen, feindlichen Gottes Typhon, und nimmt an, dass 
der ägyptische Aberglaube neben dem der Verehrung 
einer freundlichen Gottheit gewidmeten Tempel, auch 
einen kleinem Bau zur Beschwichtigung des schädlichen 
Dämons gestattet habe, eine Annahme, Welche, so wenig 
sie unsern Religionsbegriifeil entspricht, mit den Ansich- 
ten der Aegypter, so viel wir sie kennen, keinesweges 
unvereinbar scheint. 
Die Anordnung der Höhlenbauten bedarf kaum einer 
gcnauern Betrachtung; sie schliesst sich, soviel es die 
Natur des Felsens erlaubte, an die 'l'empelf0r1n an. Bei 
den beiden Monumenten von Ipsambul in Nubien erkennen 
wir sogar eine Nachahmung der Pylonen, indem die 
Felswand zu beiden Seiten des Eingangs in schräger Rich- 
tung behauen, und in Nischen mit stehenden und sitzenden 
Kolossalstatuen verziert ist. Wir sehen gewissermassen 
die Kolosse und Pylonen, die bei freistehenden Bauteil 
getrennt waren, in eine Reliefdarstellung zusammenge- 
drängt. Bei den meisten Grottentempeln bildet ein Hof, 
bald im Freien liegend, bald aus dem Felsen gehauen, 
oder eine bedeckte Halle den Eingang, an den sich dann 
ein Vorsaal und dahinter kleinere Räume ansehliessen, 
in denen nach Bedürfniss Säulen oder Pfeiler ausgespart 
sind. In ähnlicher Weise sind auch die grössern Grab- 
höhlen bei Medynet-Abu , die Königsgräbci- im Thale 
Bcban el Molouk, und die Gräber von Beni Hassair ein-
        

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