Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839227
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Aegyptische 
Architektur. 
Fessel des 
biete wird 
Gestalt. 
freien Geistes, auf dem architektonischen Ge- 
sie die Mutter der festen durchgebildctenx 
Andere 
Tempelforlnen. 
Wir haben oben. die Anordnung des gewöhnlichen 
grossen Tempels betrachtet, und gesehen, wie er bei 
grösserer oder geringerer Vollständigkeit seiner Propyläen 
in seinen innern wesentlicheren Theilen, von dem viel- 
sänligen Raume an bis zum innersten Heiligthume, stets 
derselbe bleibt. Diese dehnbare, stets grösserer Ausdeh- 
nung fähige, und daher eigentlich nie abgeschlossene 
Gestalt war charakteristisch für ilm. Es giebt aber auch 
eine andere Tempelform, Welche mehr abgeschlossen ist, 
und eher an die Form des griechischen, Säulen-umstellteil 
Tempels erinnert. Es sind dies die sogenannten Ty- 
phonien. Sie bestehen aus einem einfachen Hause, in 
Gestalt eines länglichen Vierecks, welches den Eingang 
auf der schmalen Seite, und innerlich zwei oder drei 
aufeinander folgende Gemächer ohne Säulen hat, äusser- 
lieh dagegen auf allen vier Seiten von einem Säulengange 
umgeben ist. Von dem griechischen Tempel (Peripteros) 
unterscheiden sich diese Gebäude aber zunächst dadurch, 
dass an den vier Ecken nicht Säulen, sondern einfache 
Mauerpfeiler, ohne Kapital oder Gesims stehen, welche 
unten mit dem Unterbau, oben mit dem (hier wie immer 
nicht architektonisch begränzten) Steinbalken des Archi- 
travs in ununterbrochenem Zusammenhange stehen. Zwi- 
schen diesen Pfeilern stehen dann die Säulen, die also 
auf jeder Seite gleichsam von einem Mauerrahmen ein- 
geschlossen sind. Es bildet sich daher gar nicht eine
        

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