Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839216
Details. 
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ausladenden Kapitäl , hat schon an und für sich eine 
naturgemässe, sowohl statische als aesthetisehc Wrahr. 
heit. Mit dieser Gestalt kann man die Blume in ihrer 
ähnlichen Verbindung von Stiel und Kelch allenfalls 
augenblicklich vergleichen, aber es muss sogleich ein- 
fallen, dass die leichte, schwache, vergängliche Blume 
nicht zum Tragen geschaffen ist, und sich daher Wenig 
zum Repräsentanten der bleibenden kräftigen Stütze eig- 
net. Deshalb ist auch eine Nachahmung ihrer Formen 
an den Säulen nur dadurch ausführbar, dass man der 
Natur Gewalt anthut, den Säulenstamm in V erhältniss 
zum Kapitäl viel stärker bildet, als der schlanke Stiel 
unter der entfalteten Blüthe ist. Es verbindet sich daher 
hier auf eine eigenthümliche, andern Nationen fremdartige 
Weise eine bis ins Einzelne gehende Nachahmung mit 
einer Entstellung der Natur, oder, wie wir vielleicht rich- 
tiger sagen , das nachahmende , plastische Prinzip ist 
mit dem freigestaltenden , architektonischen gemischt. 
Erinnern wir uns an die Schlüsse, welche wir oben aus 
dem Gebrauche der Hieroglyphen auf den Charakter des 
Volkes zogen, so finden wir sie hier luestätigt. Auch 
hier ist das flüchtige Bild fixirt, der Vergleich, welcher 
nur eine einseitige Wahrheit hat, und bei näherer Be- 
trachtung nicht Stich hält, festgebannt und in einen blei- 
benden Typus verwandelt, die Metapher in Stein ausge- 
prägt. Die ursprünglich angeregte, lebendige Phantasie 
ist sofort gebunden, und ihre Kraft, welche ins Weite 
strebte, hat sich nun nach Innen gewendet und das 
zuerst empfangene Bild körperlich ausgearbeitet. Wir 
sehen aber hier diese Eigenthümlichkeit von ihrer bes- 
sern Seite. 
In Beziehung 
auf 
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Schriftsprache , 
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