Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835339
Die Schönheit. [9 
Ganzen. Die Mannigfaltigkeit der schönen Gestalten ist 
daher nicht bloss eine, gleichsam zufällig herbeikommende 
Erscheinung, sondern sie liegt Wesentlich in der Natur 
des Schönen. Nur durch diese Individualität und mithin 
durch die ausschliessende Beziehung auf andere Erschei- 
nungen wird das Kunstwerk schön. 
Diese Mannigfaltigkeit sichert auch endlich die Frei- 
heit des Künstlers gegen eine vernichtende Absichtlich- 
keit. Denn eben weil das Schöne vielgestaltig, kann er 
sich frei und rücksichtslos mit ganzer Seele hineinver- 
senken, dem freien Spiel seiner Phantasie harlnlos zu- 
schauen, der freien Neigung sich hingeben. Er weiss, 
dass jedem Gedanken eine Form, jeder Form ein gei- 
stiger Inhalt erwachsen kann. S0 entsteht denn inihm 
das Werk, ohne dass sich die Besorgniss des GelingenS 
verderblich in diese heimliche und leicht verletzbare 
Stätte der Geburt eindrängt. Die Kunst behält dadurch 
die jugendliche Anmuth unbewusster Leistung und hoff- 
nungsvollen Strebens zugleich mit der Klarheit und dem 
Ernste männlicher That.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.