Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839177
Details. 
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Verschiedenheit der einzelnen Säulen wird ihr Zusam- 
menhang durch die Uebereinstimmung ihrer Linien erhal- 
ten; die horizontalen Abtheilungen in den Verzierungen 
des Säulenstammes, die unteren und oberen Linien des 
Säulenhalses und des Kapitäles haben dieselbe Höhe, und 
das Auge behält daher eine Verbindung, wie das Takt- 
maass, durch welches der Wechsel der einzelnen Töne 
in der Musik gebunden wird. Indessen sind auch von 
dieser Regel zarte Abweichungen gestattet, und es findet 
sich namentlich in solchen Säulenreihen (z. B. im Tempel 
zu Edfu) neben andern Kapitälen auch das Palmkapitäl, 
Welches etwas tiefer unten anfängt als die übrigen. Bei 
seiner schlanken weichen Gestalt giebt dies aber kein 
Irlinderniss und das Auge gleitet leicht darüber fort, um 
an der nächsten Säule die frühere nur momentan verlas- 
sene Regel Wieder zu finden. Sogar die Säulen mit dem 
Kapitäl des Isiskopfes finden sich mit andern vermischt 
(z. B. in Kardasse in Nubien). 
Uebrigens ist dieser symmetrische Wechsel kein 
festes Gesetz, sondern es giebt auch Reihen von überall 
gleichen Säulen. So sind die isisköpfigen Säulen in 
Tentyra in jedem Raume völlig gleich, eben so die der 
sogenannten Typhonien und die zierlichen Palmsäulen an 
dem Gebäude in Antaeopolis. 
Zu der Mannigfaltigkeit der Säulenformen kommt 
demnächst der Wechsel der bunten Farben. Weder 
äusserlich 
noch 
innerlich 
ist 
der 
Stein 
in 
seiner 
natür- 
liehen Farbe gelassen. Mauern, Säulenstämme, Thürpfosten, 
Gesimse, Decken, alles ist mit Bildwerk oder Verzierun- 
gen bedeckt, mit Stucce bekleidet und in helleuclitenilen, 
noch jetzt meistens wohlerhaltenen Farben bemalt. Diese 
Bildwerke sind indessen gewöhnlich in arehitektonischem 
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