Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839150
Details. 
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ihre Verbindung mit den alten Monumentcn und mit In- 
Schriften , in welchen die Namen uralter Könige gelesen 
werden, dies üIISZIISClIIiGSSBII schiene. Auch unterschei- 
den sie sich von den dorischen Säulen sehr wesentlich 
dadurch , dass sie weder ein Kapitäl noch eigentliche 
Kannelirungen (Aushöhlungen), sondern nur flache Streifen 
haben. Sie scheinen daher nur zur Abkürzung der Arbeit 
in Grotten und an weniger bedeutenden Stellen angewen- 
det zu sein  Viereckige Pfeiler sind in den Grabhöhlen 
nicht selten. In freistehenden Gebäuden kommen sie nur 
in Verbindung mit Kolossalstatuen vor, Wo dann an Stelle 
der Säule der Pfeiler die Decke trägt und die Statue 
zwar durch den Rücken damit verbunden, aber mit freiem 
Haupte da steht ohne etwas zu tragen, also iin wesent- 
lichen Unterschiede von den Atlanten oder Karyatiden 
der griechisch-römischen Architektur, welche selbsttra- 
gend sind. 
Auf dem Kapitäl befindet sich nicht, wie bei den 
griechischen Säulen, eine über den Umkreis desselben 
hinausragende Platte, sondern ein WVürfel, d. i. eine 
Platte von grösserel- Höhe und geringerer Breite. Bei 
den kelehförmigen Kapitälen ist dieser Würfel stets klei- 
ü) Man hat. auf diese Säulen grosses Gewicht gelegt, und in 
ihnen eine ältere Form "als in den gewöhnlichen ägyptischen (phan- 
zenförnzigen) Säulen sehen wollen. Champollion nennt sie pro- 
todorische und hält- sie für das Vorbild der dorischeir Säule der 
Griechen, bei denen er überhaupt (Lettres etc. S. 302.) eine servile 
Inxitation der Acgypter annimmt. WVeiter ausgeführt ist diese Ansicht 
"von I. epsins in den Annali delP Institute di corrisp. arch. Vol. lX., der 
in den griechischen Siiulenordnungen eine Verbindung dieser beiden 
ägyptischen Gattungen, der protodorischen und der lallanzenfürmigen, 
annimmt. Wir werden in der Geschichte der griechischen: Kunst auf 
diese Herleitung aus der ägyptischen, die wir nicht anerkennen kön- 
neu, zurückkommen.
        

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