Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-839018
Grösserc 
Tenlpel. 
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ist in seinen Fundamenten ein läingliches Viereck von 
sehr geringer Tiefe in Verhältniss zu der nach vorn ge- 
_ wendeten Breite. Die Mauern sind, und zwar auf allen 
vier Seiten, abschüssig, so dass das Ganze, wenn man 
will, pyramidalisch zuläuft und der obere Theil kleiner 
ist als die Basis des Gebäudes, wenn auch bei der ge- 
ringen Neigung der Seitenwände nicht viel kleiner. Nach 
unsern Begriffen sehen sie festungsartig aus , da wir 
Mauern dieser Art nicht leicht anders als bei Befestigun- 
gen kennen. Der Name: Flügel ist für diese Vor- 
bauten sehr bezeichnend, da sie theils neben dem nie- 
drigem Thore in ihrer Mitte, theils vor den hinterwärts 
gelegenen schmalem Tlieilen des Tempelkörpers, wenn 
ich so sagen darf, wie ausgebreitete Flügel eines fliegen- 
den Vogels hervortreten. Strabo braucht das Wort mit 
dem Zusatze: die sogenannten Flügel, und scheint 
dadurch darauf hinzudeuten, dass es ein technischer Aus- 
druck der Aegypter war, und dass seine Landsleute die 
Griechen nicht an das , was sie Flügel ihrer Tempel 
nannten, an die offene Säulenlialle denken sollten. 4') 
Die Böschung der beiden Gebäude brachte es denn 
hervor, dass sie, wie Strabo bemerkt, unten wenig mehr 
von einander abstehen als die Breite der Thüre im), dann 
i) Vielleicht hängt auch diese Beziehung mit dem geflügelten 
Globus zusammen, welcher sich über jeder Thiir findet. Das Ver- 
hältniss des Thores in der Mitte zu den grossen Gebäuden an seiner 
Seite ist ungefähr das, welches der Globus oder das Ei zu den aus- 
gespannten Flügeln hat. 
H) Die Stelle ist nicht ganz (leutlich. Dass zunächst das Wort 
xomrapxdg (Wörtlich anfangs) durch unten zu übersetzen, scheint 
nicht ziveifelhaft. Schwieriger ist die Erklärung des Wortes xprfnlg, 
indessen kann es unmöglich, wie die französischen Architekten über- 
setzen, die ganze Fläche des Gebäudes, sondern muss irgend einen 
hervorragenden Theil (so auch nach Vitruvls Sprachgebrauch) alsu 
wohl die Schwelle der Thiir bezeichnen. 
25'"
        

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