Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838954
Die 
Pyramiden. 
verschiedenen Stellen in grosser Zahl. Man sieht daher, 
diese Form ist- nicht in allmähligei- Verbreitung, sondern 
sprungweise, ohne die dazwischen gelegenen Länder zu 
berühren, aus dem innern Aethiopien nach Mittelägypten 
verpllanzt. Wie diese Verpilanzung sich ereignet haben 
mag, wird aber stets dunkel bleiben. Meroe galt, wie 
wir schon oben sahen, für den Mutterstaat von 'l'l1eben_., 
der Cultus des Jupiter Ammon war dort zu Hause. Wir 
haben daher nicht Ursache, von dorther Feinde der ägyp- 
tischen Götter und ihrer Priesterschaft zu erwarten. 
Indessen kann es sein , dass jener Priesterstaat, von der 
Natur weniger geschützt und weniger mächtig als Aegyp- 
ten, andere Schicksale hatte, dass seine Bevölkerung 
durch Vermischung mit rohem Stämmen entartete oder 
Eroberer ihn ilnterjochten, und dass Abkömmlinge dieses 
verwilderten Geschlechtes sich die Herrschaft über Aegyp- 
ten anzumaassen wussten. Zwar sind die Pyramiden von 
Mcroe bedeutend kleiner, aber auch die andern Gebäude 
deren Tfriinnner dort entdeckt sind , stehen in gleichem 
kleinern Verhältnisse zu den ägyptischen. Es kann daher 
nicht auffallen, dass die äthiopischen Besieger dieses 
reichern und an grössere Pracht gewöhnten Landes, wenn 
sie auch die Denkmäler ihrer Heimath der Form nach 
nachahmteil, sie an Grösse weit zu übertreffen suchteniii) 
 Heeren (Ideen II. Abth. 2. S. 118.) ist nicht abgeneigt, die 
Pyramiden den Hyksos zuzuschreiben, nach deren Vertreibung erst 
die höchste Blüthe Aegyptens begann. Der ägyptische Priester Ma- 
netho setzt auch die Erbauung der grossen Pyramide schon in die 
vierte Dynastie, mithin in eine sehr frühe Zeit (lübeml. S. 198), und 
nach der obenerwälnlterl Entdeckung einer llißrügiypiliSßilßll Inschrift 
in der Pyramide von Ghizeh (S. d. Anm. S. 367.) haben sich sehr 
bedeutende Stimmen für ein hohes Alter dieser Monumente erklärt. 
Wilkins0n's Berechnung setzt ihre Entstehung um das Jahr 2123 
v. Chr. und damit scheint auch, nach vorläufigen Nachrichten, das
        

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