Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838936
Die 
Pyramiden. 
379 
geöffnet wurden. Daher waren denn auch diese Könige 
den Aegyptern so verhasst, dass sie nicht einmal ihre 
Namen nennen mochten, und dass sie die Pyramiden 
nach einem Hirten, also nach einer verächtlicheil Person 
benannten f). 
Man hat diese Erzählung dadurch erklären wollen, 
dass diese Könige, rulnnsüchtige Tyrannen, dem Volke 
Abgaben und Dienste zum Zwecke der Erbauung der 
Monumente aufgelegt hätten. Allein es muss sich anders 
verhalten. Auch die andern grossen Bauten, die von Theben 
und selbst geringere, erforderten ungeheure Arbeit, auch 
sie konnten nicht ohne mühsame Dienstleistungen und ge- 
waltige Kosten ausgeführt werden; dennoch fehlte viel, 
dass ihre Erbauer verhasst waren, vielmehr änsserten 
die Priester bei der Aufzählung der Könige, dass sie 
einige derselben nicht nennen könnten, weil sie keine 
Monumente hinterlassen hätten. Es war also, wie auch 
im Geiste der Priesterschaft nicht anders sein konnte, 
die Errichtung grosser, religiöser Denkmäler etwas Ver- 
dienstliches, bei dem selbst die Lasten des Volkes zur 
Ehre der Götter nicht Wesentlich in Betracht kamen. Die 
Erbauer der Pyramiden schlossen auch die Tempel, sie 
gehörten also einem andern Cultus an. Bei diesen alten 
heidnischen Völkern ist aber die Religion stets mit der 
Nationalität identisch; von Freigeisterei und Indifferen- 
tismus kann ebensoweilig wie von Glauben und Bekehrung 
die Rede sein; wir dürfen daher wohl sohliessen, dass 
sie einem andern Volksstamme angehörten. Unter dieser 
Voraussetzung erklärt sich alles leicht. Als fremde Er- 
oberer veraohteten sie den Cultus der ägyptischen Prie- 
ster und zwangen das unterjoehte Volk zu Bauten, nicht 
Herodot 
124-128. 
Dioclor
        

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