Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838914
Die 
Pyramiden. 
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freilich während jene Thürme sich nur wie schlanke 
Nadeln in die Luft erheben, während die Mauern der 
Kirchen und Paläste leere Räume umschliessen, ist die 
Pyramide, wenige enge Gänge und mässige Grabkam- 
mern abgerechnet, eine solide Masse. Den Vorzug der 
Anhäufung des Materials, der Schwere, werden daher 
die Pyramiden behalten Ü, aber in geistiger Beziehung 
steht der kleine griechische Tempel, ebensowohl wie 
die schlanke gothische Kirche unendlich höher, als diese 
ungeheuren Steinmassen. Selbst im Kostspieligen, wenn 
man darauf Werth legen will, übertrifft der gothische 
Dom die Pyramide mit). 
Stehen diese Bauten, die man sonst als die höchste 
Leistung ägyptischer Kunst ansah, den übrigen WVerken 
des Landes an Schönheit und künstlerischer Bedeutung 
weit nach, so fragt sich, welchen historischen Zusam- 
menhang sie mit ihnen haben. Annehmen, dass sie spä- 
tere Erzeugnisse aus der Zeit des Verfalls der ägyptischen 
Kunst seien, heisst dem xiatürlichen Gange der Dinge 
widersprechen. Der Verfall des Geschmacks äusscrt sich 
durch eine Inläufung des Mannigfaltigen, nicht durch rohe 
Einfachheit. Auch als ein Erzeugniss eigenthüinlicher 
Grabgedanken , welche die Nacht des Todes mit der 
Leerheit einer gewaltigen schmucklosen Masse in Ver- 
bindung gebracht hätten, können wir sie nicht ansehen, 
scheinliche grüsste Breite der untersten Basis der Pyramide des 
Cheops 232 mötres beträgt. Tom. VII. S. 31. 
 Die Masse ist auf mehr als 74 Millionen Cubikfuss berechnet. 
Descr. de PEg. Ant. IX. S. 427. 
M) Gau, Nubisch. Alterlh. Einleit. S. 10. 
i'd) Gau, u. a. O. aaDCf Verfall der ägyptischen Kunst wird 
ndllfCh die Pyramiden von Blemphis im Norden und durch die von 
"Shandy im Süden bezeichnet."
        

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