Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-835302
Die 
Kunst. 
VVenn 
also 
der 
Mensclu 
das 
Schöne 
nicht 
in 
der 
Natur vorlindet, wenn seine Phantasie es ihm nicht schenkt. 
und 
dennoch 
seine 
Sehnsucht 
danach 
Illlf 
durch 
sich 
selbst, nur durch die Kunst befriedigen kann, so fragt 
sich, wie er sich zu dieser anschicke. 
Jedes Werk seiner I-Iand giebt schon einen Anklang 
des Schönen, indem der natürliche Stoff das Gepräge 
geistiger Ordnung erhält, und Beides, Geist und Natur, 
(larin in gewissem Grade im Einklange erscheinen. Aber 
diese Ordnung ist, wie der Zweck, zu dem das Ding 
bestimmt ist, dem Stoffe fremd und daher ist gewöhn- 
lich das Menschenwerk noch Weniger in Harmonie als 
das Geschöpf der Natur. Die Härte des Zweckes zerstört 
die Schönheit. Allein gewöhnlich ist nicht das ganze 
Werk durch den Zweck bestimmt; manches bleibt daran 
zu thun, was unbeschadet der Nützlichkeit in dieser oder 
in einer andern Form dargestellt sein kann. Ob die Bie- 
gung des Gefässes, 0b der Henkel desselben voller und 
in geschwungenerer Linie oder anders gebildet werde, 
ist für die Brauchbarkeit desselben nicht wesentlich. Die 
Hand des Bildners folgt dabei nur der Neigung des Sin- 
nes und allenfalls den Andeutungen des Stoffes. Noch 
häufiger kommt Aehnliches im moralischen Handeln vor, 
wo bloss der Geschmack oder die Neigung des Augen- 
blicks die Form der Aeusserung bestimmt. Diese Aeusse- 
rungen unbewusster Grazie, verdienen aber auch den 
Namen des Schönen noch nicht. Wenn bei jenen ernstern 
Werken die Absichtlichkeit, steht hier die Zufälligkeit 
der wahrhaften Schönheit entgegen.
        

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