Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838847
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Aegyptische 
Architektur. 
Zeit zu, der Dodekarchie, der Herrschaft jener zwölf 
Könige, welche nach kurzer Dauer durch Psammetichus 
ein Ende nahm. Diese Zwölf sollten es, so berichtete 
man, als ein Denkmal ihrer Einigkeit und als einen ge- 
meinsamen Regierungspalast gegründet haben f). Herodot, 
der älteste und ausführlichste Berichterstatter, schildert 
es als ein höchst erstaunliches Werk, grösser als sich 
mit Worten beschreiben lasse. Das Ganze bestand aus 
zwölf Höfen, jeder von einem Säulengange umgeben, 
alle von einer gemeinsamen Mauer eingeschlossen. Zwölf 
Thore, sechs von Norden, sechs von Süden führten zu 
diesen Höfen. Aus den Höfen gelangte man in die Ge- 
mächer, aus den Gemächern in die Säle, aus den Sälen 
in andere iiberdeckte Räume und aus diesen wiederum 
in die Höfe. Aus zwei Theilen bestand das Ganze, aus 
einem über,-_und aus einem zweiten, eben so grossen 
unter der Erde. Die tmterirdischen Räume wollten die 
Aufseher dem griechischen Reisenden unter keiner Be- 
dingung zeigen, weil, wie sie sagten, die Könige, wel- 
che das Labyrinth erbauten, undl die heiligen Krokodile 
dort beigesetzt wären. Nur der obere Bau war ihm daher 
zugänglich, aber schon dieser schien ihm grösser als 
Menschenwerk, denn die vielen Gänge durch die bedeck- 
ten Räume und die mannigfachen Krümmungen zwischen 
den Höfen erfüllten ihn mit tausendfachenl Staunen. Die 
Ueberdeckung des Ganzen bestand, wie die Wände, aus 
Stein, und alles war voll eingehauener Bildarbeit. 
Man begreift, wie der Grieche, an kleine einfache 
Gebäude gewöhnt, über diese künstliche Mannigfaltigkeit 
erstaunen musste. Nähere Nachgrabnngen unter den 
4') Nach 
angehören. 
das Labyrinth einer 
soll 
neuem Forschungen 
Eiltern Zeit
        

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