Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838832
Geographische 
bbersicht. 
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ist, zu den fruchtbar-steh Ländern der Welt gehört. Das 
Thal ist höher gelegen als das Nilthal, und verdankt 
diese Fruchtbarkeit künstlichen Wasserbauten , deren 
Anlage aber schon in die Urzeit Aegyptens fällt, einem 
kolossalen Felskanale und einem künstlichen See. Schon 
bald unterhalb von Tentyra trennt sich von dem Haupt- 
strom des Nils ein Seitenarm auf der libyschen Seite, 
der so genannte Josephs Kanal. 'Von diesem Arme aus 
leitet an der engen Oeffnung des Gebirges, welche den 
einzigen Zugang zu dem breiten Thale von E1 Fayoume 
bildet, ein kolossaler Kanal, tief in den Felsen eingehauen 
bei hohem Stande des Nils das Wasser hieher, während 
eine starke Felsenschwelle den Rücklauf zur Zeit des 
Sinkens hemmt. Am Ende der ganzen von diesem Kanal 
durehflossenen. Landschaft sammelt sich dann das Wasser 
in einem grossen See, nach dem Namen des Königs, 
welcher der Ueberlieferung zufolge ihn graben liess, der 
See Moeris genannt. In dieser Landschaft sind nun 
auch neuerlich mehrere Alterthümer entdeckt. Schon an 
der Eingangsschlucht vor E1 Lahun findet sich eine Py- 
ramide, so wie sie jetzt erscheint, von Ziegeln, doch 
wahrscheinlich einst mit Steinen bekleidet. Weiterhin 
an der Oeifnung des innern 'l'hales liegt eine zweite, 
grössere, ungefähr 180 Fuss hoch, 330 breit. Im Norden 
und Westen derselben bedecken grosse Trümmerreste 
einen Raum von mehr als 900 Fuss Länge und etwa. 
halber Breite. Man kann es nach geographischen Ver- 
gleichungen als gewiss annehmen , dass diese 'l'ri'nn- 
mer einem hochberühmten Gebäude, dem Labyrinth, 
angehörten. Die Erbauer dieses kolossalen Monumentes 
Waren schon den Alten nicht mit Zuverlässigkeit bekannt, 
doch schreiben es die Meisten einer nicht ganz frühen 
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