Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838760
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Aegyptische 
Architektur. 
der einheimischen Architektur, den bisher Griechen und 
Römer hier angenommen hatten, sondern im griechischen 
Style. Eine Sonderbarkeit , da Hadrian in Italien die 
Nachahmung ägyptischer Formen nicht verschmähete, 
die aber sowohl aus einer Rücksicht auf den Verstorbenen 
als aus blosser Laune des erlauchten Kunstfreundes cr- 
klärt werden kann, da eine vergleichende Zusammenstel- 
lung der verschiedenen Bauweisen ihm interessant sein 
mochte. Der nördlichere Theil des Nilthales bis gegen 
Memphis enthielt vielleicht nicht weniger bedeutende 
Gebäude, als der obere, den wir bisher überblickt haben. 
Allein es haben sich hier kaum irgend zusammenhängende 
Ruinen finden lassen, wiewohl das Land von 'l'rümmer- 
resten weithin bedeckt ist. Die Macht des Stromes und 
noch mehr die stärkere Bevölkerung und der zerstörende 
Einfluss häufigerer Kriege haben hier verderblicher ge- 
wirkt. Nur die gewaltigen unterirdischen Grabstätten, 
mit denen auch hier die Felsen durchsetzt sind, zeigen 
die Lage der-alten Stadt an. Die Grotten von Beni 
Hassan sind die bedeutendsten. 
vAueh von Memphis ist uns fast nichts erhalten. 
Gelegen an der Gränze des engem Nilthales und der 
weiten Fläche des Delta, auf einem, nach dem Zeugnisse 
des Plinius damals noch höchst fruchtbaren Boden, schon 
eine bedeutende Stadt unter den Königen von Theben, 
wurde sie später der Sitz einer eigenen Königsdynastie, 
und erwarb nun eine Grösse und Bevölkerung, wie sie 
früher jene gepriesene Stadt gehabt hatte. Unter den 
Ptolomäern wurde Alexandrien zwar die erste Stadt des 
Reiches , aber dennoch ist noch unter den römischen 
Kaisern, nach Strabds Bericht, Memphis, wiewohl schon 
verfallend, noch die zweite Stadt des Landes. Dieser
        

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