Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste bei den Alten: Die Völker des Orients
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-834627
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-838730
Geographische 
Uebersicht. 
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besucht, ein wahrhaftes Bild des Todes giebt, Beban 
el Molouk, die Pforten der Königsgräber. Bis jetzt hat 
man sechszehn solcher Gräber entdeckt, alle Königen 
der thebanischen Dynastien angehörig. Sie sind ohne 
Zweifel beim Leben der Fürsten angefangen, denn der 
erste Saal enthält stets Verheissungen langer Regierung. 
Auch die folgenden Gemächer sind mit Malereien und 
Inschriften verziert, in welchen der König durchweg mit 
der Sonne verglichen wird, wie sie spendet er YVohl- 
thaterl so lange er über der Erde ist, verschwindet wie 
sie und wird wiederkehren. Ein alabasterner Sarg wurde 
in der Mitte eines grossen Saales, aber seiner Decke 
und der Mumie beraubt, gefunden. Unzählbar ist die 
Zahl der Mumien und Alterthümer, welche Neugierde 
und Aberglaube, eben sowohl wie wissenschaftliche For- 
schung aus diesen verschiedenen Grabhöhlen gezogen 
haben, aber noch warten unermessliche Leichengesehlech- 
ter darin der Auferstehung, Welche die Priester ihnen 
verhiessen, lllld für manche wird der dreitausendjährige 
Cyclus der Seelenwanderung, den diese bestimmten, 
schon vertlossen sein. 
Südlich von allen diesen bisher erwähnten Monumen- 
ten findet sich auch auf dieser Seite des Stromes ein 
Hippodrom, und zwar- von noch grösserm Umfange als 
der von der andern Seite. Paläste,AGräber, Tempel und 
der Raum für die, gewiss nicht ohne religiöse Feier be- 
gangenen Kampfspiele gränzten also hier, wie in kleinerm 
Maassstabe auf dem Marsfelde der spätem Herrscher- 
stadt Rom, nahe an einander. Dies mag genügen, um im 
Ueberblicke die Ruinen zu gruppireim, von deren Pracht, 
Grösse und Ausdehnung wir einigermassen durch den 
Anblick der in ihrer Art nicht minder kolossalen Blätter
        

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